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Management 17.11.2017 15:32

Aemme Shrimp gewinnt OGG-Award 2017

Am 16. November 2017 wurde zum dritten Mal der OGG-Award verliehen. Die Gewinner Aemme Shrimp, kreislauf.bio und Willy Müesli erhielten Preise im Gesamtwert von 14’500 Franken.
  • Bild: zvg

Die OGG fördert mit dem OGG-Award innovative Lösungen in der ganzen Kette unseres Ernährungssystems. Solche Wettbewerbe gehören zur Tradition der OGG seit ihrer Gründung 1759. In der aktuellen Form wurde der Award 2017 zum dritten Mal verliehen.

Von den 24 eingegangenen Bewerbungen wurden zehn nominiert (vgl. Kurzporträt im Anhang). Eine Kandidatur wurde kurzfristig zurückgezogen. Die Nominierten erhielten am 16. November 2017 anlässlich der gut besuchten Preisverleihung im PROGR Bern die Gelegenheit, Fachjury und Publikum in einer Kurzpräsentation für ihr Projekt zu gewinnen. Nebst Jury- und Publikumspreis im Gesamtwert von 10'000 Franken wurde erstmals auch ein Partnerpreis von Impact Hub Bern im Wert von 4500 Franken verliehen.

Jurypreis für «Aemme Shrimp»
Seit Mai 2015 betreibt die Generationengemeinschaft Kunz eine antibiotika- und hormonfreie Garnelen-Mast mit einer Jahresproduktion von 0.9 Tonnen. In den umgerüsteten Schweineställen schwimmen in Becken Shrimplarven aus den USA. Die Jury kam zum Schluss, dass Aemme Shrimp ein globales Problem vorbildlich lokal löst, das nicht nur eine ökologische, sondern auch eine ökonomische Landwirtschaft ermöglicht. Kein Thema beim Gewinnerkonzept sind degradierte, versalzene Böden, nicht artgerechte Haltung und die Gefahr von erhöhtem Antibiotikaeinsatz sowie ein bedenklich hoher Beifang von bis zu 80%, wie sie im Ausland vorkommen können. Shrimp-Mast ist eine Chance für die Schweizer Landwirtschaft, sich einen lukrativen bestehenden Markt zu erschliessen; aktuell werden jährlich rund 9000 Tonnen Shrimp eingeführt. Dabei können bestehende Landwirtschaftsgebäude umgenutzt und mit erneuerbarer Energie versorgt werden.

Publikumspreis geht an «kreislauf.bio»
Zuoberst in der Gunst der rund 150 Anwesenden stand die Mehlwurmzucht von kreislauf.bio, die den lokalen urbanen Rohstoffkreislauf im Nahrungsmittelbereich aufwertet. Unverkaufte oder durch die Normen gefallene Nahrungsmittel werden als Futter verwendet. Die Mehlwürmer werden als Lebensmittel an Private oder in die Gastronomie verkauft. Der Kot der Tiere wird als Dünger vertrieben, wodurch sich der Kreislauf schliesst und der Name zum Programm wird.

Impact Hub Bern-Partnerpreis für «Willy Müesli»
Obwohl Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages ist, wird es aufgrund von Zeitmangel oft vernachlässigt. Die frischen, hausgemachten Birchermüesli von Willy Müesli mit biologischen, regionalen und saisonalen Zutaten werden von Montag bis Freitag mit dem Fahrrad in biologisch abbaubaren Behältern direkt an den Arbeitsplatz geliefert. Impacthub hat an diesem Startup von Aurélie Bichsel nebst der konkreten Lösung besonders gefallen, dass es mit einer sehr schlanken Struktur auskommt und ohne externe Finanzierung aufgebaut werden konnte.

Das anschliessende Apéro stand ganz im Zeichen von Foodsave – mit Häppchen und Getränken der Äss-Bar und des gmüesgarte Bern, von MUDA rejuice (Gewinner des Publikumspreises 2016) und Bread Beer aus nicht verkauftem Brot. Zu degustieren gab es zudem Insekten von Essento (Gewinner des Publikumspreises 2015).

Quelle: Oekonomische Gemeinnützige Gesellschaft Bern
  • Autor/Redaktor
  •  Redaktion [RED]

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