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Archiv2015 04.11.2016 08:04

agroPreis geht an Swiss Silk

Im festlichen Rahmen wurden anlässlich der Preisverleihung im Kursaal Bern der begehrte agroPreis 2016 und drei weitere Preise vergeben. Gewinner des mit 20'000 Franken dotierten Hauptpreises der Emmental Versicherung ist das Projekt «Seidenproduktion: ein traditionelles Handwerk wird gemeinschaftlich wiederbelebt» von Ueli Ramseier, Hinterkappelen (BE).
  • Gewinner agroPreis und Leserpreis 2016, Seidenproduktion: ein traditionelles Handwerk wird wiederbelebt, Hinterkappelen (BE). (zvg)

Die Schweizer Landwirtschaft bewegt sich. Innovation wird gelebt, Mehrwerte geschaffen und die Bevölkerung ist interessiert. Rund 1000 Personen reisten nach Bern in den Kursaal um die agroPreis-Verleihung mitzuerleben.

Die Jury hat im Vorfeld vier Projekte nominiert und mit je 5’000 Franken ausgezeichnet. Mit originellen, humorvollen und informativen Präsentationen kämpften die Projektteams an der Preisverleihung um die Gunst der Jury und des Publikums. Dass sich Innovationen auszahlen, beweisen die diesjährigen Gewinner.

Die Fachjury zeichnete Ueli Ramseier aus Hinterkappelen (BE) für «Seidenproduktion: ein traditionelles Handwerk wird gemeinschaftlich wiederbelebt.» mit dem agroPreis 2016 aus, welcher mit 20‘000 Franken dotiert ist.
Die Seidenproduktion in der Schweiz reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück. Vor dem Ersten Weltkrieg wurden die letzten Raupen aufgezogen. Ueli Ramseier aus Hinterkappelen (BE) kam in den 1990er-Jahren erstmals in Kontakt mit den Tieren. 2009 gründete er zusammen mit Bauern einen Verein mit dem Ziel, ein Nebenerwerbseinkommen für die Landwirtschaft zu schaffen. Zuerst wurden produktionstechnische Aspekte überprüft. Das Wissen über die Aufzucht der Raupen und die Vervielfältigung der Futterpflanze, des Maulbeerbaums, galt es zu erarbeiten. Auch die Fähigkeit der Verarbeitung der Kokons zu Seide, der Abhasplerei, musste erlernt werden. So fand der Verein heraus, welche Bedingungen für eine wirtschaftliche Produktion erforderlich sind. Ebenso wichtig war die starke Marktorientierung. Diese entschied über den Erfolg des Projekts. Nach fünf Jahren des Experimentierens nahm die Produktion Fahrt auf. Bauern und Textilproduzenten arbeiten partnerschaftlich zusammen. Das ist wichtig: Denn Schweizer Seide kostet mit 450 Franken pro Kilo das Achtfache des Weltmarktpreises. Heute umfasst der Verein zwölf Produzenten, davon zehn Bauern. 2016 wurden rund 100‘000 Raupen aufgezogen, erwartet werden 25 bis 27 Kilo Rohseide. Die Nachfrage ist aber deutlich höher.


Der Leserpreis der Medientpartner «Schweizer Bauer» und «Terre & Nature» mit einer Preissumme von 3000 Franken ging ebenfalls an die Seidenproduktion.
Den Saalpreis (2000 Franken), welcher die anwesenden Gäste vergaben, überreichte Nationalrat Markus Ritter an die Familie Berta aus Braggio (GR) mit: «Agrotourismus in abgelegenen Gebieten: ein Puzzle mit vielen Teilen.»
Der Spezialpreis des Schweizerischen Landmaschinenverbandes überreichte Bendicht Hauswirth, Jurymitglied des SLV, an Bruno Villiger aus Niederrohrdorf (AG) mit der eigens entwickelter «Salat- und Gemüsewaschmaschine». Diese wäscht den Salat oder das Gemüse inklusive der Kisten direkt ab Feld.

Quelle: Emmental Versicherung
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