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Archiv2016 28.11.2016 11:35

Agrotourismus Schweiz: Austausch und Zusammenarbeit im Brennpunkt

Vergangene Woche fand das 1. Forum Agrotourismus Schweiz statt. Ziel der Veranstaltung war die Vernetzung der einzelnen Akteure aus der Tourismusbranche, der Landwirtschaft und den Anbietern von Regionalprodukten.

Mehr als 50 Teilnehmer besuchten letzte Woche das 1. Forum Agrotourismus Schweiz im Ausbildungszentrum Wallierhof in Riedholz (SO). Das Vormittagsprogramm umfasste Projektpräsentationen, Marketingdiskussionen und spezielle Themen zum Agrotourismus. Anhand von 6 Workshops konnten am Nachmittag Projekte konkret hervorgehoben werden sowie Erfolge und Problemlösungen erläutert werden.

Patrick Aebi, Leiter der Sektion Qualität und Absatzförderung des BLW erläuterte in seinem Eröffnungsreferat die «Möglichkeiten und Grenzen agrotouristischer Projektinitiativen». So seien erfreulicherweise viele Investitionen in diesem Sektor zu verzeichnen aber gleichzeitig auch Regionalismen ersichtlich, welche zum Teil Synergien erschweren. In seinem Referat betonte er, dass die «Legitimität von Agrotourismus Schweiz» eben darin bestände, dass diese Dachorganisation gegründet worden war, um als solche Synergien zu unterstützen und agrotouristische Angebote auf nationaler und internationaler Ebene zu fördern.

Das ersichtlich grosse Entwicklungspotential auf dem Agrotourismus-Markt in der Schweiz umfasst sowohl verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten als auch Themenbereiche wie den Weintourismus. Hier bestehe weiterhin grosses Ausbaupotential, da besonders der Naturtourismus mit seinen originellen und authentischen Angeboten, Liebhaber von regionalen Erzeugnissen vermehrt für sich gewinnt. Ebenso sei es wichtig, Konkurrenzdenken in den Hintergrund zu stellen und sich in Netzwerken zusammenzuschliessen. Tourismusvereine und Agrotourismus Schweiz leisten den Anbietern hier wichtige Hilfe und liefern individuelle Beratung bei der Ausarbeitung der Projekte.

In seinem anschliessenden Referat «Agriturismo Ticino: Gesetzgebung für den Agrotourismus im Tessin» erläuterte Sem Genini, Geschäftsführer der Tessiner Landwirtschaftskammer, wie nach ersten, teils schwierigen Anfängen, die Anbieter äusserst effiziente Leistungen vollbringen. So hatten am Tag der Offenen Türen in Graubünden die teilnehmenden Bauernhöfe 1500 Besucher empfangen und ein ausgezeichnetes Echo in den Medien erzielen können. Indem sie sich zusammenschlossen, konnten die Bauern nicht nur die Kosten senken sondern auch den Werbeeffekt gemeinsam erhöhen. Gestützt auf diese Erfolgsmodelle können auch Tourismusorganisationen nun verstärkt zusammenarbeiten. Auf kantonaler Ebene erwägt man inzwischen ein interkantonales Hilfssystem zum Austausch von Informationen und Ideen.

Micheline Aubry, Beraterin für den Bereich Ernährungswirtschaft und landwirtschaftlichen Raum bei der Fondation Rurale Interjurassienne (FRI) gab in ihrem Referat Erläuterungen zu Marguerite, einem fünfjährigen, regionalen Entwicklungsprojet. Das Projekt in Höhe von 7 Mio. Franken wird bis 2021 durch private und kollektive Investitionen sowie durch öffentliche Beiträge getragen. Marguerite umfasst unter anderem 9 Reitwege, die dem berühmten Freiberger Pferd gewidmet sind und mit Unterkunftsmöglichkeiten, Regionalprodukten, Direktvermarktung, Stallbesichtigungen oder
Reitkursen das traditionelle Wissen und die Spezialitäten des Jura gezielt fördern und bekannt machen sollen. Sechs Bauernfamilien haben sich zu einer Vereinigung zusammengeschlossen und leiten dieses Projekt in Zusammenarbeit mit dem Tourismusverein Jura & Drei-Seen-Land. Bei den Reitwegen erhalten sie Unterstützung durch die Schweizer Berghilfe, und der Olympiasieger, Steve Guerdat, stellt seine Hilfe als prominenter Botschafter zur Verfügung.

Kreativwerkstätten am Nachmittag widmeten sich unter anderem der Agrotourismuspolitik, dem Qualitätsgütesiegel sowie der Zusammenarbeit zwischen Tourismus und Landwirtschaft... Die Forumsdiskussion beinhaltete ebenfalls die Optimierung des Leistungsportfolios von Agrotourismus Schweiz.
Abschliessend dankte Andreas Allenspach, Geschäftsführer von Agrotourismus Schweiz allen Teilnehmenden für ihre Anwesenheit und rege Teilnahme. Nach dem grossen Erfolg der ersten Veranstaltung wird ein weiteres Forum im November 2017 stattfinden.

Quelle: Agrotourismus Schweiz
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