UFA REVUEUFA-Revue: Fachzeitschrift für die Schweizer LandwirtschaftDetailseitenMaster

Pflanzenbau 05.12.2017 09:02

Anbau von HOLL-Raps ausgedehnt

Der Winterraps ist längst ausgesät und hat sich vor dem Winter gut entwickelt. Doch anders als in den vergangenen Jahren steht heuer mehr HOLL-Raps auf den hiesigen Feldern als bisher. Grund dafür sind die Kartoffelchips von Zweifel, die seit neuestem mit HOLL –Rapsöl frittiert werden.
  • Samuel Baumgartner aus Nyon (VD) ist einer der Landwirte, die HOLL-Raps produzieren. Er baut neben Raps auch Getreide, Mais, Zuckerrüben und Sonnenblumen an. Weitere Betriebszweige sind Milchviehhaltung, Weinbau und Agrotourismus. (Bild: zvg)
  • Für die Ernte 2018 steigt das Absatzpotenzial von HOLL-Raps auf rund 29 000 t. (Bild: UFA-Revue)
  • Die Florin AG liefert das erste HOLL-Rapsöl bei der Zweifel AG in Spreitenbach an. (Bild: Verena Säle)
  • Frisch frittiert: Geschmacklich gibt es bei den Chips keinen Unterschied durch den Wechsel von Sonnenblumenöl auf HOLL-Rapsöl. (Bild: Zweifel)
  • Bei Zweifel freut man sich über den gelungenen Wechsel auf HOLL-Rapsöl. Von links nach rechts: Lulzim Lecaj (Leiter Fabrikation Chips), Pietro Realini (Direktor Produktion und Logistik) und Dominik Stillhard (stellvertretender Leiter Fabrikation Chips). (Bild: Verena Säle)
  • Die Chipspackungen haben ein neues Design erhalten. Neu ist eine Rapsblüte anstatt einer Sonnenblume zu sehen. (Bild: Zweifel)

Im Frühjahr 2017 wurde bekannt, dass die Raps-Produktion für die Ernte 2018 ausgedehnt werden kann und zwar auf rund 90000 t. Massgebend für diese Erhöhung war die Ankündigung der Zweifel Pomy-Chips AG, zukünftig bei der Herstellung von Chips Schweizer HOLL-Rapsöl einzusetzen, anstatt wie bis anhin mehrheitlich ausländisches Sonnenblumenöl. Somit werden rund 8000 t mehr HOLL-Raps benötigt als bisher. Seit November 2017 läuft die Chipsproduktion bei Zweifel mit HOLL-Rapsöl. Die Landwirte ihrerseits haben den HOLL-Raps für die Ernte 2018 ausgesät und stellen somit sicher, dass nach Abbau der Übermengen der letzten Jahre genügend Rohstoff zur Verfügung steht. Die UFA-Revue fragte bei den Beteiligten der Produktionskette nach, wie die Produktion der Zweifel Chips mit dem HOLL-Rapsöl angelaufen ist.

HOLL-Raps Produzent
Heinz Vogel aus Ins (BE) säte Ende August 2017 zum ersten Mal auf einer Fläche von zwei Hektaren Raps aus und entschied sich gleich für HOLL-Raps. Der Landwirt begrüsst den Entscheid von der Zweifel Pomy-Chips AG, Schweizer HOLL-Rapsöl in der Produktion einzusetzen. Auf die Frage, warum er sich für den Anbau für HOLL-Raps entschieden hat, antwortet Vogel: «Wenn eine Schweizer Firma heimische Rohstoffe sucht, dann unterstütze ich das gerne». Zudem passe Raps gut auf seinen Betrieb und in seine Fruchtfolge. Bisher ist Heinz Vogel sehr zufrieden mit seinem Entscheid: «Die Aussaat verlief perfekt und der HOLL-Raps ist gut aufgelaufen». Der Hof von Heinz Vogel ist ein Ein-Mann-Betrieb. Auf 20 ha baut er neben dem HOLL-Raps Getreide, Mais und Zuckerrüben an und hält 620 Mastschweine.

Zweifel Chips mit HOLL-Rapsöl
Was war der Grund, dass die Zweifel AG auf HOLL-Rapsöl umstellte? Pietro Realini erklärt diesen Schritt damit, dass Zweifel nun gewährleisten kann, dass sie die qualitativ besten Rohstoffe aus Schweizer Produktion für die Herstellung ihrer Produkte verwenden. Rapsöl sei in den letzten Jahren in der Schweiz sehr beliebt geworden und wurde in einer von Zweifel durchgeführten Befragung hinsichtlich Gesundheit und Geschmack als sehr positiv beurteilt. Die Umstellung bei Zweifel sei reibungslos verlaufen: «Wir haben soeben mit der Umstellung begonnen und dabei keinerlei Probleme festgestellt. Diese Umstellung steht ganz im Sinne unseres Wertes ‹Pioniergeist›, den Zweifel als Familienunternehmen immer wieder mit kreativen und mutigen Initiativen prägt», sagt Pietro Realini. Die Auslieferung der ersten Packungen hat bereits stattgefunden. Bis nur noch Chips in den Läden sind, die mit HOLL-Rapsöl hergestellt wurden, wird es sechs bis acht Wochen dauern. Entsprechend der Umstellung musste auch die Verpackung angepasst werden: Neu ziert eine Rapsblüte die Zweifel-Chipstüten anstelle einer Sonnenblume.

Ideal zum Frittieren
HOLL-Rapsöl unterscheidet sich vom klassischen Rapsöl in der Fettsäurezusammensetzung. Der Name HOLL-Raps leitet sich ab aus den Eigenschaften «High Oleic» und «Low Linolenic». Das heisst, dass der Anteil an Ölsäure, die zu den einfach ungesättigten Fettsäuren gehört, hoch ist (High Oleic). Der Gehalt an Linolensäure, einer mehrfach ungesättigten Fettsäure, ist hingegen gering (Low Linolenic). Durch diese Zusammensetzung bleibt das HOLL-Rapsöl auch bei hohen Temperaturen stabil und eignet sich somit hervorragend zum Frittieren und Braten. Zudem ist HOLL-Rapsöl ungehärtet und enthält daher nahezu keine Transfettsäuren. 

Quelle: UFA-Revue 12/2017
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