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Nutztiere 02.11.2017 15:52

ASP: Erhöhte Aufmerksamkeit geboten

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist auf dem Vormarsch. In Litauen, Lettland, Estland, Polen, Russland, Belarus und der Ukraine treten seit einigen Jahren regelmässig Fälle von ASP bei Haus- und Wildschweinen auf. Da neu auch Tschechien und Rumänien Ausbrüche meldeten, informiert das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV gezielt über Massnahmen zur Verhinderung der Einschleppung dieser Tierseuche in die Schweiz.

Die Tatsache, dass sich ASP immer weiter ausbreitet, ist auch für die Schweiz alarmierend. Das BLV will deshalb verstärkt vor den möglichen Gefahren der Viruskrankheit informieren und sensibilisieren, um eine Einschleppung in die Schweiz möglichst zu verhindern. ASP ist eine sehr ansteckende Viruskrankheit von Haus-und Wildschweinen, die in fast 100 % der Fälle zum Tod der Tiere führt. Die Krankheit verbreitet sich vor allem durch den Kontakt mit infizierten Tieren. Auf den Menschen ist das Virus nicht übertragbar. Wie die Erfahrungen aus den betroffenen Ländern aber zeigen spielt der Mensch bei der Verbreitung dieser Tierseuche eine wichtige Rolle.  

Das Virus ist sehr widerstandsfähig und kann in Kadavern verendeter Tiere, in der Umwelt oder auch in Lebensmitteln wie Fleisch- oder Wurstwaren von infizierten Tieren monatelang überleben. Dadurch ist es möglich, dass der Erreger über Geräte, Speiseabfälle und Fahrzeuge auch über grosse Entfernungen übertragen wird – ohne dass ein direkter Kontakt zwischen Tieren stattfindet. Ein weiteres Risiko sind Jagdreisen in Ländern, in denen ASP vorkommt. Die Gefahr besteht darin, dass Virus-kontaminierte Kleidung, Jagdutensilien und - trophäen zurück nach Hause genommen werden. 

Erschwerte Bekämpfung im Fall einer Einschleppung
Ist ASP in ein Land eingeschleppt worden, müssen staatliche Massnahmen zu ihrer Bekämpfung ergriffen werden, die erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft haben. So müssen infizierte Hausschweinbestände zum Beispiel vollständig gekeult werden. Schwierigkeiten treten vor allem auch bei einer Einschleppung der ASP in den Wildschweinbestand auf, da hier die Massnahmen der Seuchenbekämpfung sehr begrenzt sind. Aus diesem Grund ist es ausserordentlich wichtig, dass alle Massnahmen unternommen werden, um eine Einschleppung der ASP zu vermeiden. 

Einfache Vorsichtsmassnahmen mit grosser Wirkung
Ein in mehreren Sprachen verfügbarer Informationsflyer weist auf Vorsichtsmassnahmen zur Vermeidung einer Einschleppung der ASP in die Schweiz hin. Zielgruppen sind in erster Linie Reisende aus von ASP-betroffenen Gebieten in die Schweiz. Das können Tierhalter, Saisonarbeiter und Fernfahrer sein, aber auch Personen, die Jagdferien unternehmen. Es gelten insbesondere die folgenden dringenden Hinweise:

  • Bringen Sie keinen Reiseproviant (Fleisch- und Wurstwaren) aus den betroffenen Gebieten Osteuropas und Russland mit. 
  • Entsorgen Sie generell Speiseabfälle in verschlossenen Müllbehältern.
  • Legen Sie besonderen Wert auf hygienische Massnahmen, wenn Sie an Jagden in Ländern mit ASP teilnehmen (Reinigung von Jagdbekleidung und Jagdgeräten, etc.). 
Eine wichtige Aufgabe der Jäger und der Wildhut liegt in der Überwachung der Gesundheit der Wildtiere. Um Seuchenfälle bei Wildtieren frühzeitig erkennen zu können, muss bei Auffälligkeiten, die auf ein krankes Tier hindeuten, der zuständige amtliche Tierarzt kontaktiert werden. Für die Früherkennung von ASP im Wildschweinbestand braucht es die besondere Aufmerksamkeit von Jäger und Wildhüter. Quelle: Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV
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