UFA REVUEUFA-Revue: Fachzeitschrift für die Schweizer LandwirtschaftDetailseitenMaster

Management 11.05.2018 07:18

Bauernverband plant die Zukunft

Die Landwirtschaftskammer und der Vorstand des Schweizer Bauernverbands befassten sich mit der Strategie und den Zielen für die nächsten Jahrzehnte. Die Grundlage dafür bildete eine Umfrage bei den Mitgliedorganisationen. Weiter diskutierten und verabschiedeten die beiden Gremien das landwirtschaftliche Verordnungspaket 2018, wie der SBV mitteilt.

Die Schweizer Landwirtschaft wird zurzeit zwischen zwei Extremen aufgerieben, wie der Schweizer Bauernverband in einer Medienmitteilung schreibt. Eine Seite will auf Biegen und Brechen neue Freihandelsabkommen abschliessen und sieht für die einheimische Landwirtschaft nur ein universales Rezept: International wettbewerbsfähiger werden, wachsen, spezialisieren, automatisieren. Auf der anderen Seite gibt es Kreise, welche in erster Linie mehr Ökologie und Tierwohl verlangen. Dazwischen liegen die Konsumenten, die ebenfalls sehr unterschiedliche und zum Teil widersprüchliche Erwartungen haben. Der Schweizer Bauernverband (SBV) will den Weg in der Mitte suchen und startete deshalb die Ausarbeitung einer Strategie. Diese umfasst kurzfristige Anpassungen an der aktuellen Agrarpolitik, Ziele für die mittelfristige Zukunft und eine Vision für den längerfristigen Blick nach vorne. Die Grundlagen bildeten eine Umfrage bei den Mitgliedorganisationen und Workshops im Vorstand.

Die Landwirtschaftskammer und der Vorstand diskutierten die grundlegenden Ziele und die dafür notwendigen Indikatoren und Eckwerte. Im Zentrum stehen stabilere Rahmenbedingungen und eine verlässlichere Abgeltung der verlangten gemeinwirtschaftlichen Leistungen, mehr Unternehmertum und Wertschöpfung in der Urproduktion sowie eine höhere Ressourceneffizienz. Langfristig sollen die Arbeiten des SBV so ausgerichtet sein, dass mit familiär geführten Familienbetrieben eine standortgerechte Haupterwerbslandwirtschaft überhaupt weiter möglich ist. Der SBV bekennt sich zudem zu einer nachhaltigen und tierfreundlichen Landwirtschaft und die damit verbundenen gemeinwirtschaftlichen Leistungen sowie den Schutz der natürlichen Ressourcen. Die landwirtschaftliche Produktion soll maximal auf die Bedürfnisse der Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten und eine nachhaltige Lebensmittelproduktion ausgerichtet sein. Auf der anderen Seite soll die Landwirtschaft ein selbstverständlicher Teil der einheimischen Wirtschaft darstellen und aus ihrer Tätigkeit ein mit ähnlichen Branchen vergleichbares Einkommen erzielen können. Einiges zu diskutieren gaben die für die Umsetzung angepeilten Indikatoren und Eckwerte. Die Strategie wird nun weiter verfeinert und fliesst in die Anpassungen auf Basis Verordnungen und Gesetze im Rahmen der Weiterentwicklung der Agrarpolitik.

Verordnungspaket 2018
Es lässt sich bereits viel Landwirtschaftspolitik auf Verordnungsstufe betreiben. Entsprechend intensiv befassten sich die Mitgliedorganisationen und Gremien des SBV mit dem landwirtschaftlichen Verordnungspaket 2018 und verabschiedeten die Stellungnahme dazu. 

Mit dem letztjährigen Verordnungspaket führt der Bund Ressourceneffizienzprogramme zur Reduktion des Pflanzenschutzeinsatzes bei Wein-, Obst- und Zuckerrübenanbau ein. Der SBV unterstützt auch die neuen Ressourceneffizienzbeiträge für den Herbizidverzicht auf der offenen Ackerfläche. Diese sind ein wichtiger Bestandteil für die Umsetzung des Aktionsplans Pflanzenschutz und die Reduktion des Mitteleinsatzes. Die Revision der Pflanzenschutzverordnung begrüsst er ebenfalls, sofern Problemfelder wie Ambrosia oder Feuerbrand weiterhin aktiv angegangen werden.

Der SBV unterstützt die Nachfolgeregelung Schoggigesetz und die Einführung einer Getreide- und Verkehrsmilchzulage. Der Bundesrat konkretisiert damit sein Versprechen nach den Zugeständnissen im Rahmen der WTO-Verhandlungen. 

Die vom Parlament gesprochenen finanziellen Mittel will die Landwirtschaft ausschöpfen. Das vom Bund vorgeschlagene vereinfachte Verfahren für die aktive Veredelung von Milch- und Getreidegrundstoffe hingegen steht im Widerspruch zum Zollgesetz. Deshalb lehnt der SBV es ab.

Weiter fordert der SBV eine Erhöhung der Beiträge für graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion, die Integration von Ganzpflanzenmais ins Programm sowie die Einführung eines Zusatzbeitrags für alle Rindviehkategorien mit regelmässigem Auslauf (RAUS). Die Nachfolgelösung zur Kurzalpung unterstützt er.

Der SBV erinnert in seiner Stellungnahme zudem daran, dass der Grenzschutz ein wichtiges und effizientes Instrument ist, um das Schweizer Preisniveau zu halten und die Produktionskosten zu decken. So lehnt er die Senkung des Ausserkontingentszollansatz für Zuchttiere ab und fordert eine Erhöhung des Zolls beim Zucker. Der SBV begrüsst die Massnahmen, die zur administrativen Vereinfachung beitragen. Diese entlasten Bauernfamilien, sind aber noch ungenügend.

Quelle: SBV
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