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Management 09.01.2017 15:47

Berner Bauern orten Potenzial

Die Jahrestagung der Berner Landwirtschaft befasste sich am 6. Januar 2017 mit dem Thema «Bern hat Potenzial». Ziele der Veranstaltung waren Tagung Impulse zur Stärkung des Agrarsektors auszulösen, Perspektiven für die Bauernfamilien aufzuzeigen und das Netzwerk der über 200 Teilnehmer zu stärken.
  • Peter Spring (l.) und Hans Jörg Rüegsegger. Bild: LID/mr

In seiner Analyse der Situation skizzierte der Referent des Tages Peter Spring, stellvertretender Direktor der Hochschule für Landwirtschaft HAFL, die Erwartungen der Bevölkerung an die Landwirtschaft und Ernährungstrends. Seine Schlussfolgerung zeigte, dass die Berner Landwirtschaft breit aufgestellt ist und gute Voraussetzungen hat, um auf die Veränderungen der Märkte zu reagieren. «Weil wir so vielfältig aufgestellt sind, können wir auf jeden Trend reagieren», rief Spring dem interessierten Publikum zu. Aber die Trends müssten früh erkannt und es müsse proaktiv gehandelt werden. Dabei könne die Vielfalt auch bremsen, weil man vieles mache, sich aber zu wenig auf Neues oder Spezielles fokussiere, vieles gut, aber wenig so richtig professionell mache. Mangelnder Fokus, hohe Kosten, verzettelte Betriebe, kleine Posten und schwache Marken, all dies müsse kritisch geprüft und für die Erschliessung neuer Potenziale überwunden werden. Er forderte mehr Agilität und Flexibilität, damit Potenziale erkannt und genutzt werden können. Spring sparte in seinen Ausführungen nicht mit Pointen und Tatsachen, wenn es um die Bedächtigkeit der Berner oder um die bessere Dürrfutterqualität der Ostschweizer ging. Auch ein Seitenhieb an die Fachpresse blieb nicht aus. Sie solle mehr über Kosten und Wirtschaftlichkeit berichten als über schöne Traktoren.

Mit seinem Wachrütteln nach allen Seiten bot Spring eine ideale Grundlage für die anschliessende Podiumsdiskussion. Da setzten sich die Teilnehmer mit den Potenzialen der Regionen, der Nischenproduktion, aber auch der Effizienz und verbesserten Zusammenarbeit sowie der Chancen der Energieproduktion auseinander. Oft brauche es aber einen gewissen Leidensdruck, damit neue Potenziale überhaupt gesucht und genutzt würden, betonte Landwirt Daniel Etter. Wer nicht bereit sei, ein unternehmerisches Risiko einzugehen, werde nie neue Potenziale nutzen können.

Unter der Leitung von Christoph Aebischer, Journalist Berner Zeitung, spürten Daniel Etter, Manuel Hauser (Emmi), Patric Gutknecht (fenaco), Hans Jörg Rüegsegger, Präsident des Berner Bauernverbands, und Peter Spring Potenziale auf. Zahlreiche Exponenten von Verbänden, Kanton und Firmen unterstützten die Diskussion mit Beispielen aus Praxis und Beratung.

Potenzial für die Berner Landwirtschaft wurde im Bio-Getreideanbau, bei starken regionalen Marken oder einer verstärkten Zusammenarbeit und vermehrtem Unternehmertum geortet. Der angestossene Aufbruch wurde beim anschliessenden Apéro weitergesponnen und sucht nun eine Umsetzung in Praxis, Beratung, Produktion und Verarbeitung. Denn: Akteure aller Bereiche waren an der Jahresauftakt-Tagung 2017 im Schlossgut in Münsingen vertreten.

Quelle: LID
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