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Archiv2016 06.12.2016 10:13

Boden des Jahres 2017: Der Gartenboden

Anlässlich des Weltbodentags vom 5. Dezember 2016 ernannte die Bodenkundliche Gesellschaft der Schweiz (BGS) den Gartenboden zum Boden des Jahres 2017.
  • (Bild: G. Brändle)

Ein typischer Gartenboden zeichnet sich durch einen mächtigen, humusreichen und deshalb dunklen Oberboden aus. Dieser entsteht durch die tiefe Bodenbearbeitung, die starke organische Düngung mit Kompost oder Mist und die ausgeprägte Durchmischung durch Bodenlebewesen. Typische Gartenböden sind durch eine intensive Bewirtschaftung während mehrerer Jahrzehnte bis Jahrhunderte entstanden, beispielsweise in Klostergärten. In den letzten Jahren sind durch den Trend des «Urban Gardening» aber auch viele neue, kleinflächige Gartenböden erschaffen worden. Diese werden in Palettenboxen aufgeschüttet, beispielsweise mit einer Mischung aus Zweigen, Rohkompost und reifem Kompost, und oft von Gruppen bewirtschaftet. 

Nachhaltige Bewirtschaftung eines Gartenbodens
Durch das regelmässige Ausbringen von Kompost wird das Wasser- und Nährstoffspeichervermögen eines Gartenbodens erhöht. Zudem werden wichtige Mineral- und Nährstoffe zugeführt. Reifer Kompost besteht aus stark zersetzten Resten von Pflanzen (Humus), zum Beispiel Rüstabfälle aus der Küche oder Rasenschnitt. Kompost ist ein Festessen für Bodentiere und Nährsubstrat für Pflanzenwurzeln im Gemüsebeet. Die in den Pflanzenresten noch enthaltenen Nährstoffe wie Stickstoff oder Phosphor können von den Bodentieren und Pflanzenwurzeln aufgenommen werden.
Durch das Ausbringen von Kalk kann zudem der pH-Wert des Bodens angehoben werden, was die Verfügbarkeit von wichtigen Nährstoffen erhöht, und es gelangt zusätzliches Kalzium und Magnesium in den Boden.

Biologischer Pflanzenschutz bringt langfristig Vorteile. Schädlingen kann durch die Förderung von Nützlingen, den Einsatz von Pflanzenjauchen und Gesteinsmehlen oder den Anbau von Mischkulturen zu Leibe gerückt werden. Die bekannteste Mischkultur ist der Anbau von Rüebli zusammen mit Zwiebeln. Die Zwiebeln können helfen, die Möhrenfliege zu vertreiben. Auch wenn die Wirkung von Mischkulturen nicht wissenschaftlich bewiesen ist: In jedem Fall ist es gut, die Biodiversität im Garten zu fördern. Denn eine höhere Biodiversität führt zu einem stabileren Ökosystem, in dem Nutzorganismen gute Entwicklungsmöglichkeiten vorfinden.

Eine schonende Bearbeitung des Gartenbodens fördert eine gute Struktur des Bodens und trägt zu seiner Fruchtbarkeit bei. Die Bodenstruktur kann als Wohnungsbau des Bodens bezeichnet werden und bestimmt über den Lebensraum für Tiere und Pflanzenwurzeln. Die Struktur entsteht natürlicherweise durch die Zusammenlagerung von organischen Stoffen, Tonmineralen, Schluff- und Sandkörnern. Die unsachgemässe Bearbeitung eines Bodens zerstört dessen Struktur, was sich negativ auf die Bodenfruchtbarkeit auswirkt.

Gartenböden können durch erhöhte Gehalte von Schwermetallen wie Cadmium, Kupfer, Blei oder Zink belastet sein. Die Herkunft dieser Schwermetalle ist meist nur schwer zurückzuverfolgen. Mögliche Cadmium-, Zink- und Kupfer-Quellen sind schwermetallhaltige Pflanzenschutzmittel und Dünger. Bei einem Belastungsverdacht sollten Messungen gemacht werden. Bei einer geringen Belastung und je nach Schwermetalltyp können nach Rücksprache mit einer Fachperson in der Regel trotzdem noch Gemüsesorten angebaut werden: Vornehmlich solche, die Schwermetalle nur gering akkumulieren, beispielsweise Tomaten, Broccoli, Aubergine oder Hülsenfrüchte wie Bohnen.

Quelle: Bodenkundliche Gesellschaft der Schweiz BGS
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