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Nutztiere 01.09.2017 17:13

BVD – Am Ball bleiben

Die Ausrottung von BVD kostet Geld. Jedoch rentiert sie, da die Krankheit vor Beginn der Ausrottung jährlich Kosten von 9.5 Mio. Franken verursachte. Aktuell sind über 99% der Schweizer Rinderhaltungen frei von BVD. Damit dies so bleibt, werden bereits im Herbst die nächsten Tankmilchproben untersucht.

Vor 2008 (Beginn des BVD-Ausrottungsprogramms) betrugen die BVD-bedingten Verluste des Milchsektors jährlich 9,5 Mio Franken (85-89.-/Kuh/Jahr). Kürzlich wurde eine Studie über den Nutzen des Ausrottungsprogramms publiziert, welche von der Vetsuisse-Fakultät der Universität Bern im Auftrag des BLV durchgeführt wurde. Der Zeitraum von 2008 bis 2021 wurde analysiert. Die Kosten des Programms wurden den BVD-bedingten Verlusten gegenübergestellt. Dies ergab für den Milchsektor einen Kapitalwert von 45 Mio Franken. Die Gewinnschwelle wurde 2015 erreicht. Der Nutzen des Ausrottungsprogramms übersteigt folglich die Kosten für die Bekämpfung und Überwachung von BVD.

Über 99% der Schweizer Rinderhaltungen sind BVD-frei. Aufgrund des Tierverkehrs kann es jedoch rasch wieder zu Ausbrüchen kommen. Deshalb hat der Veterinärdienst Schweiz beschlossen, die Überwachung auszuweiten. Im Herbst wird die Tankmilch aller milchliefernden Betriebe auf BVD untersucht. Damit sollen allfällige BVD-Infektionen frühzeitig entdeckt und Massnahmen ergriffen werden können. 

Eine erhöhte Wachsamkeit seitens der Tierhalter und Tierärzte ist von zentraler Bedeutung. BVD-betroffene Betriebe spüren die Auswirkungen oft noch Monate nach der Schlachtung des letzten PI-Tiers. Denn Kühe, die während der Trächtigkeit mit BVD in Kontakt kamen, können weitere PI-Tiere gebären. Sperren und Hygienemassnahmen müssen daher unbedingt eingehalten werden. Nur so kann die Infektionskette unterbrochen werden.

Quelle: Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV
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  •  Redaktion [RED]

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