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Pflanzenbau 04.10.2017 15:58

Drohne zur präzisen Applikation von Pflanzenschutzmitteln

Das Pilotprojekt Agrofly – der erste Sprühdrohne Europas – zeigt das Zukunftspotenzial der digitalen Landwirtschaft auf. Die Markteinführung ist für 2018 geplant.
  • CEO Erich Fyrwald mit Frédéric Hemmeler und dem Team von Agrofly

Am Anfang von Agrofly steht der Tüftler Frédéric Hemmeler aus Granges bei Sierre, der sich mit seiner Firma zunächst auf filmende Drohnen spezialisiert hatte. Der Walliser erkannte 2015 das Potenzial von Drohnen, die Pflanzenschutzmittel in steilen und unwegsamen Lagen zielgenau und dosiert versprühen können. Nach einem Jahr mit zahlreichen Experimenten kontaktierte er das Bundesamt für Umwelt (BAFU) und das bundeseigene Forschungszentrum Agroscope, welche ihn mit Wissenschaftlern des Pflanzenschutzmittelherstellers Syngenta in Kontakt brachten.
Im Februar 2017 erhielt Hemmeler die erforderliche «Bewilligung zum Sprühen von Flüssigkeiten mit einem unbemannten Luftfahrzeug» vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) und gründete zwei Monate später die Firma Agrofly. Er deponierte zwei Patente, erhielt eine Auszeichnung der Walliser Kantonalbank und ein Sponsoring von Syngenta für den Bau der ersten Drohne. Derzeit werden im laufenden Pilotprojekt die Genauigkeit der digitalisierten Steuerung und die Effizienz der Pflanzenschutzbehandlung von allen Partnern gemeinsam wissenschaftlich ausgewertet. Ziel ist unter anderem eine Optimierung der Spritzqualität und eine Reduktion des sogenannten Abdrifts, d.h. der ungewollten Verbreitung von Fungiziden über die betroffenen Kulturen hinaus, wie dies etwa bei Helikoptereinsätzen vorkommen kann. Die ferngesteuerte Drohne ermöglicht arbeitet präziser, weil sie im Tiefflug durch die Reben manövriert werden kann. Applikationsexperten von Syngenta arbeiten auf Wunsch des Bundes am Projekt mit und messen die Spritzqualität und den Abdrift.

«Das Projekt ist vielversprechend und zeigt exemplarisch, wie Pflanzenschutzmittel dank digitaler Unterstützung künftig effizient und umweltschonend ausgebracht werden können», sagte Syngenta-Chef Erik Fyrwald nach der gelungenen Demonstration in Dielsdorf, wo er die Mitarbeitenden der Schweizer Niederlassung besuchte. Das Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln mit Drohne gilt als zukunftsweisend, da dadurch Hanglagen (wie etwa Weinberge) oder Felder, die nach Niederschlägen mit schweren Traktoren nicht befahren werden können (wie etwa im Grossen Moos zwischen Bern und Fribourg), gezielt besprüht werden können. Schon jetzt arbeitet Agrofly an Computerprogrammen, die den Drohneneinsatz ohne Handsteuerung durch Piloten ermöglichen, was eine massive Kostensenkung zur Folge hätte. Bis zur Marktreife sind allerdings weitere Tests und Optimierungen nötig.

Quelle: Syngenta
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