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Archiv2015 27.01.2016 15:56

Ein Engagement für die Älpler

Mit parallelen Medienkonferenzen in der West- und Ostschweiz startete die Schweizer Berghilfe heute ihre neue Sammelkampagne. Sie steht unter dem Titel «z’Alp» und wirbt bis am 14. Februar für Solidarität mit der Schweizer Bergbevölkerung. Sie hat ganz besondere Herausforderungen zu meistern, um ihre Existenz zu sichern.
  • Das alte Alpgebäude war über 260 Jahre alt und zuletzt unbewohnbar. Der Neubau, der dank der Schweizer Berghilfe realisiert werden konnte, bot Platz, um
eine kleine Käserei einzurichten und dadurch die Wertschöpfung auf der Alp zu erhöhen.
Bild: Schweizer Berghilfe

Einen Sommer auf der Alp zu verbringen, das ist für die meisten Schweizerinnen und Schweizer Bergromantik. Für viele Bergbauern jedoch ist der Alpsommer Existenzgrundlage: Alpmilch und Alpkäse sind eine wichtige Einnahmequelle, für die, die auf den Schweizer Alpweiden «Chrampfen» bei Wind und Wetter und ohne Ferien.
«Aufwand und Ertrag stehen bei der Alpwirtschaft in einem Verhältnis, das keine Rücklagen erlaubt», schreibt die Schweizer Berghilfe in ihrer Medienmitteilung. In die Modernisierung zu investieren, sei daher kaum möglich. Mit ihren Alpbetrieben merkten Älpler und Älplerinnen immer mehr, dass sie zukunftsfähig werden müssen, um weiterhin in den Bergen leben zu können. «Wo Ideen für nachhaltig erfolgreiche Projekte da sind, es aber an Mitteln für die konkrete Umsetzung fehlt, unterstützt die Schweizer Berghilfe», versicherte Geschäftsführerin Regula Straub an der Medienkonferenz im Hotel Schweizerhof in Zürich. «Nach sorgfältiger Prüfung der Projekteingabe leisten wir oftmals den fehlenden, aber entscheidenden Beitrag.»

So geschehen ist das auf dem Urnerboden, am Übergang zum Klausenpass, wo die Schweizer Berghilfe das Pionierprojekt der Alpkäserei mitfinanzierte. Der Urnerboden ist mit 1200 Kühen die grösste und bedeutendste Kuhalp der Schweiz. Bis zu 17‘000 Liter Milch kommen an Spitzentagen von den knapp 50 Urner Älplern zusammen. Ein Grossteil konnte bisher nicht vor Ort verarbeitet werden. Dieses Potenzial zu nutzen und die Wertschöpfung lokal halten zu können, sei für die Schweizer Berghilfe das entscheidende Argument gewesen, das Projekt mit über 500 000 Franken zu unterstützen, erklärte Regula Straub. 

Die Stiftung hilft aber nicht nur bei Alp-Projekten mit ihren Beiträgen. Gemäss eigenen Angaben unterstützte sie 2015 mit über 23 Millionen Franken 513 Projekte aus den Bereichen Landwirtschaft, Tourismus, Wald und Holz, Bildung, Energie, Gewerbe, Gesundheit sowie Nothilfe.
«Wenn sich die Schweizer Berghilfe dazu entscheidet, ein Projekt zu unterstützen, dann muss dies dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe entsprechen», betonte Regula Straub. So könne eine langfristige positive Wirkung der Projekte sichergestellt werden. Ein Fakt, der auch die Spenderschaft der Schweizer Berghilfe schätze. «Mit 29.9 Millionen Franken an Zuwendungen und Spenden im Jahr 2015 zeigten breite Kreise der Schweizer Bevölkerung ihre Solidarität und ihren treuen Einsatz für lebendige Berggebiete», resümierte die Geschäftsführerin der Stiftung, die sich ausschliesslich aus Spenden und Legaten finanziert.

Die fenaco Genossenschaft unterstützt das grosse Engagement der Schweizer Berghilfe und hat 2015 eine Partnerschaftsvereinbarung unterzeichnet. Mit diesem Engagement will sie den erschwerten Rahmenbedingungen der Bergregionen Rechnung tragen und die landwirtschaftliche Bergbevölkerung bei ihrer nicht einfachen Arbeit zusätzlich unterstützen. Mit einem namhaften Beitrag werden Projekte gefördert, die initiativen Landwirten oder landwirtschaftlichen Gemeinschaften eine bessere Zukunft versprechen. Die Partnerschaft mit der Berghilfe dauert vorerst bis 2020.

Spendenkonto: 80-32443-2, Schweizer Berghilfe, 8134 Adliswil, www.berghilfe.ch

Quelle: Hans Peter Kurzen, Leiter Kommunikation fenaco-LANDI
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