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Verschiedenes 08.11.2017 17:31

Emotionale Erlebniswerte als Schlüssel für Erfolg

Mehr als 50 Teilnehmer folgten am 31. Oktober der Einladung zum 2. Forum Agrotourismus Schweiz: Referate über die Schlüsselfunktion von emotionalen Erlebniswerten für die Kundenbindung, erhöhte Anerkennung und Wertschöpfung im Agrotourismus, aber auch technische Aspekte wie Raumplanung, Finanzierung agrotouristischer Projekte oder die Zusammenarbeit mit Reiseveranstaltern standen im Mittelpunkt des Forums im Inforama Rütti.
  • v.l.n.r.: Andreas Züllig, Andreas Allenspach, Ruedi Imgrüth, Esther Mottier-Gerber, Martina Fischli, Eva Brechtbühl, Sebastian Bellwald, Oscar Cherbuin und Roland Lymann. (Bild: AGIR)

Sebastian Bellwald CEO Planval AG und Co-Direktor von Interpret Switzerland zeigte in seinem Vortrag auf, wie Kunden in emotionale Erfahrungen eingebunden werden, welche zur aktiven Teilnahme einladen und das tiefgreifende Gefühl vermitteln, Hüter eines wertvollen Erbes zu sein.
Esther Mottier-Gerber, Landwirtin und begeisterte Naturheilpraktikerin, leitet mit ihrem Ehemann Nicolas den biodynamischen Hof «Ihr Lebenskreis» in Château d’Oex (VD). Sie erläuterte, wie sich der Familienbetrieb seit Jahren mit viel Engagement und Herzblut für eine zukunftsorientierte und nachhaltige Entwicklung in den Bereichen Landwirtschaft, Umwelt, Gesundheit und Ernährung einsetzt. «Ihr Lebenskreis» bedeutet auch, den Gästen das Leben auf dem Bauernhof auf der Basis eines holistischen Weltbildes mit familienfreundlichen, solidarischen Arbeitsmodellen näherzubringen. Mensch, Tier und Natur, Leben und Erleben, werden hier auf vielfältige und zugleich einzigartige Weise miteinander verbunden.
Der Vortrag des Hotel Schweizerhof führte die Teilnehmer nach Lenzerheide (GR), das seinen Gästen, in enger Zusammenarbeit mit Erzeugern aus der Region, Erlebnisaufenthalte rund um das Thema Umwelt und historische Verwurzelung anbietet.
Die Workshops am Nachmittag wurden eingeleitet durch Andreas Züllig, Präsident von hotelleriesuisse. Im Anschluss danach führte Ruedi Imgrüth, Vertreter von Raum und Wirtschaft (rawi) Luzern, die Teilnehmer durch die schwierige Thematik im Bereich Raumplanung und Agrotourismus. Die komplexen Schnittstellen zwischen Gesetz und Praxis führen, so Ruedi Imgrüth, des Öfteren zu unerlaubten Bauten. Dabei gibt es einen sicheren Mittelweg, d.h. Konstruktionen, die legal sind und trotzdem den Rahmen herkömmlicher Unterkunftsformen sprengen. Wie schwierig es ist, Rechtmässiges und Sinnvolles auf einen Nenner zu bringen, wird anhand von Praxisbeispielen ersichtlich.
Eva Brechtbühl und Martina Fischli von der Schweizer Berghilfe setzten sich mit dem ebenfalls brisanten Thema der Finanzierung von agrotouristischen Projekten auseinander. Die Zusammenarbeit mit einem «Touroperator – Fluch oder Segen», gab Anlass zu einem interessanten Austausch mit den Initianten des Projekts «Herzroute AG», einer Veloroute für EBikes, die sich immer mehr Beliebtheit erfreut.
Oscar Cherbuin, von der Vereinigung Cossonay-Aubonne-Morges (ARCAM) erläuterte abschliessend die Rolle der Politik bei der Verbesserung der Rahmenbedingungen für Agrotourismus-Anbieter. Ein Beispiel hierzu das «slow tourisme» – ein zukünftiges Önotourismus-Pilotprojekt im Waadtland.
Im Anschluss an ihre Abschiedsrede luden Roland Lymann, Präsident und Andreas Allenspach Geschäftsführer, alle Beteiligten zum 3. Forum Agrotourismus Schweiz im November 2018 ein.

Quelle: Agrotourismus Schweiz
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