UFA REVUEUFA-Revue: Fachzeitschrift für die Schweizer LandwirtschaftDetailseitenMaster

Archiv2016 07.12.2016 15:39

Erfolgreicher Praxis-Tag der LANDI Furt und Limmattal

Es war ein frostiger aber klarer Freitagmorgen, an dem man sich auf dem Betrieb der THG Ueli Morf / Markus Frei in Kloten zusammenfand, um sich am LANDI-UFA Rindvieh Praxis-Tag zum Thema intensive Aufzucht und Mortellaro weiterzubilden.
  • Mortellaro in der Praxis erkennen – Hansueli Rüegsegger zeigt, wie Mortellaro in verschiedenen Stadien erkennbar ist.
  • Herstellung von UFA-Kälbermash in der Praxis – Ein mit Bohrlöchern versehener Kessel verhindert das Verklumpen der Mischung bei der Zugabe von Molablend

Nach der Begrüssung von Peter Ringger (Geschäftsführer Landi Furt und Limmattal) und einer kurzen Betriebsvorstellung von Ueli Morf und Markus Frei, ergriff Hansueli Rüegsegger (Leiter Milchvieh UFA) das Wort zum Thema «Mortellaro – vorbeugen, behandeln, richtig gemacht».

Mortellaro ist heute die bedeutendste infektiöse (übertragbare) Klauenerkrankung in der Schweiz und verursacht entsprechend hohe Kosten und Leistungseinbussen. Mittlerweile sind über 73 Prozent der Milchviehherden und 29 Prozent der Einzeltiere in der Schweiz von Mortellaro betroffen, dies zeigte eine Untersuchung der Vetsuisse-Fakultät der Universität Bern. Rüegsegger erläuterte die wichtigsten Erkenntnisse einer zweijährigen Studie der UFA in Zusammenarbeit mit Zinpro über die Erfahrungen in der Schweiz. Die Studie zeigte, dass bereits auf Aufzuchtbetrieben bis 20 Prozent der Tiere von Problemen mit Mortellaro betroffen sind. Auf Milchviehbetrieben sind bis 80 Prozent der Kühe betroffen. Ein Klauenbad werde bis anhin eher selten und oft fehlerhaft angewendet, dies führte zu einer Diskussion unter den Teilnehmern: Die Anwendung des Klauenbades sei in der Praxis oft schwierig, da die Umsetzung zeitaufwändig und die Desinfektionsmittel ausserdem teuer seien. Wenn man den Aufwand jedoch den Kosten einer lahmen Kuh (>Fr. 500.-) gegenüberstellt, lohnt es sich hier gezielte Massnahmen zu ergreifen. Rüegsegger betonte, dass man alles dafür tun soll, um nicht Probleme mit Mortellaro zu bekommen und dass, sofern die verschiedenen Massnahmen konsequent umgesetzt werden, der Druck deutlich reduziert werden kann. Im anschliessenden Praxisteil zeigte Rüegsegger den Teilnehmenden, wie Mortellaro richtig erkannt wird.

UFA hat ein Gesamtkonzept zur Reduktion von Mortellaro zusammengestellt, welches fünf verschiedene Massnahmen (Hygiene, Klauenpflege, Klauenbad, Behandlung und Fütterung) beinhaltet und dem Praktiker als nützlicher Ratgeber über Fakten und Massnahmen zur Verfügung steht. Für weitere Infos melden Sie sich in Ihrer Landi oder beim UFA-Milchviehspezialist der Region.

Intensiv aufziehen
Zum Thema «intensive Kälberaufzucht» gab es mehrere Beiträge, wobei verschiedene Aspekte der Aufzucht beleuchtet wurden. Dr. med. vet. Martin Blaser von Zoetis konnte mit einer Präsentation über Kälberkrankheiten das Wissen aller Anwesenden auffrischen und Fragen zu Problemen und der Umsetzung in der Praxis beantworten. Ignaz Hutter (UFA Ressortleiter Rindvieh, BD Wil) legte den Schwerpunkt seines Beitrags auf die Galtphasen-Fütterung. Prof. Dr. med. vet. Martin Kaske von der Universität Zürich komplettierte das Team der Referenten und erläuterte die Bedeutung der Kälberaufzucht unter dem Motto: «Das Kalb von Heute ist die Kuh von Morgen».

Gemütliches ausklingen
Abgeschlossen wurde der Praxis-Tag von einer Vorführung, wobei eine Mischung UFA-Kälbermash live in der Praxis hergestellt wurde. Bei Kaffee und Crèmeschnitte konnten letzte Erfahrungen ausgetauscht werden, bevor dann wieder die Arbeit rief.

Quelle: Sidney Lienhard, UFA AG
  • Autor/Redaktor
  •  Redaktion [RED]

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