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Nutztiere 05.10.2017 17:15

Es gibt nicht «das» Ei

Rund 177 Eier konsumierte ein Einwohner in der Schweiz durchschnittlich im letzten Jahr. Davon wurde etwa die Hälfte im Schweizer Detailhandel als Schaleneier bezogen. Doch ist ein Ei einfach ein Ei? Die Analyse zeigt, dass das Legeprodukt einer Henne in der heutigen Zeit vielseitiger ist, als man es vermuten mag.

Grundsätzlich ist ein Hühner-Ei von aussen betrachtet braun oder weiss. Dabei hängt die Eierschalenfarbe von der Legehennen-Hybridart ab. In der Schweiz werden rund 67 Prozent braune und 33 Prozent weisse Eier gelegt. Neben der Farbe lassen sich Eier zudem in verschiedene Gewichtsklassen unterteilen. Es gibt Eier, die nur rund 45 und solche die 70 Gramm und mehr wiegen.

Ei, wo kommst du her?
Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal von Eiern ist die Herkunft. In der Schweiz stammen von den jährlich verzehrten knapp 1500 Mio. Eiern rund 900 Mio. aus schweizerischer Produktion und rund 600 Mio. Stück werden importiert. Mit der Herkunft sind zusätzliche Aspekte bei einem Ei verknüpft. So ist in der Schweiz die Käfighaltung von Legehennen verboten. Mit der Höchstbestandesverordnung gibt der Staat vor, wie viele Legehennen auf einem Betrieb maximal gehalten werden dürfen. Vergleichbare Vorgaben werden in der EU nur in Einzelfällen geregelt. Neben der nationalen Herkunft lassen sich Eier zunehmend auch nach ihrer regionalen Herkunft unterscheiden. So gibt es das Berner Ei, das Züribieter Ei, das Walliser Ei etc.

Die Ethik prägt die Vielfalt
Zusätzlich zur Herkunft ist eine der wichtigsten Unterscheidungsmerkmale eines Ei’s die Form, wie die Legehennen gehalten werden – so gibt es das Bodenhaltungs-Ei, das Freiland-Ei und das Bio-Ei. In jüngster Zeit wurden weitere zumeist ethische Aspekte in der Eier-Produktion wichtig. Zum Beispiel die Herkunft der Soja, welche den Legehennen in Form von Kraftfutter verfüttert wird oder der Umgang mit männlichen Küken, die im Normalfall noch als Küken aussortiert werden.

Das Ei ist multi-dimensional
Was früher einfach ein Ei war, ist heute ein multi-dimensionales Produkt. Diese verschiedenen Dimensionen dienen letztlich dem Detail- und Grosshandel, ein Ei zu differenzieren und unterschiedliche Preise zu lösen. Denn von Seiten der Konsumenten führen die verschiedenen Dimensionen (insbesondere die Herkunft und die Produktionsform) zu unterschiedlichen Zahlungsbereitschaften.

Quelle: Bundesamt für Landwirtschaft BLW
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  •  Redaktion [RED]

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