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Pflanzenbau 19.12.2017 12:37

Fachtagung der Spargelproduzenten

Die diesjährige Fachtagung der Deutschschweizer Spargelproduzenten befasste sich mit den Produktionskosten und dem Einsatz einer Frostbewässerung im Thurgau. Zudem sind mechanische Erntemaschinen vorgestellt worden.

Der Spargelanbau ist sehr handarbeitsintensiv. Die Königin des Gemüses hat auch entsprechend seinen Preis. Doch hinter dieser Kultur, welche während 50 bis 70 Tage geerntet werden kann, steht eine ganzjährige Pflegearbeit. Das Thema Kostenstruktur war eines der Themen am diesjährigen Deutschschweizer Spargelfachtag am Strickhof in Wülflingen. «Das Kennen der betriebsspezifischen Kostenstruktur lässt erst ein Abschätzen des Optimierungspotentials zu. Sie zeigen auch, was auch technische Investitionen bringen», führte Daniel Bachmann von der Fachstelle Gemüsebau am Strickhof aus. Daten aus einer Arbeitsgruppe lassen sehr konkrete Angaben der Kostenstrukturen für den Bleich- wie auch Grünspargel zu. So liegen gemäss dieser Zusammenstellung die Arbeitsstunden pro Hektare Grünspargeln bei 750 bis 800 Stunden und bei den Bleichspargeln bei 1‘600 bis 1‘700 Stunden, sofern man sämtliche Arbeiten bis zur Vermarktung selber ausführt. Während bei den Grünspargel mit einer Ernteleistung von rund 20 kg pro Stunde gerechnet werden kann, liegt diese beim Bleichspargel bei 8.3 kg. Entsprechend liegen mit je 668 Arbeitsstunden für die Ernte wie auch anschliessende Aufbereitung und Lieferung gleichauf. Beim Grünspargel beansprucht die Ernte 188 Stunden, während danach 466 Stunden für das Aufbereiten und Liefern eingesetzt werden muss. Die mittleren Roherträge werden dabei bei der Bleichspargel mit 5‘000 kg mit 50‘000 bis 52‘000 Franken und bei den Grünspargeln bei 3‘500 kg mit 35‘000 bis 37‘000 Franken beziffert.

Frostbewässerung lohnt sich
«Die Frostberegnung hat einen Grossteil der gewachsenen Spargeln gerettet», hielt Matthias Rutishauser fest. Er bewirtschaftet in Dettighofen einem Gemischtbetrieb mit Nutztierhaltung, Ackerbau, Mostobst, Früchte und Beeren. Seit 16 Jahren baut er auch eine Hektare Grünspargel an, welche er in der Direktvermarktung absetzt. Er setzte im April nun erstmals auf die Frostberegnung, indem er die dafür notwendigen Bewässerungsrohre und Sprinkler auslehnen konnte. Er startete mit der Bewässerung, als eine Temperatur von 0.5°C verzeichnet wurde. Danach wurde mit 30 Kubikmeter Wasser pro Stunde (3 mm Niederschlag/Stunde) bewässert und erst wieder aufgehört, als es selber wieder zu tauen begann. An beiden Frostnächten wurde dafür rund 600 Kubikmeter Wasser ab Hydrant der Wasserversorgung bezogen. «Nach dem Abtauen der Eisschicht waren die Spargeln praktisch unbeschädigt. Ein Vergleich war direkt möglich, da am Rand nicht beregnet wurde und die Spargeln unverkäuflich waren», so Rutishausers Fazit zum Schluss.

Maschinelle Ernte
«In diesem Jahr wird erstmals der dreireihige Vollernter für die Ernte von Bleichspargeln in den Einsatz kommen. Er ersetzt bis zu 70 Stecher und kann auf einem Betrieb von 40 bis 50 ha Hektaren eingesetzt werden», führte Christof Gubler von der Fachstelle Gemüsebau aus. Die Investitionen werden mit 600‘000 Franken beziffert und soll die eigentlichen Erntekosten halbieren. Diese Maschine kann auch einreihig eingesetzt werden, wobei vorerst auch die Arbeit und Einsatzmöglichkeit in schweren Böden abgewartet werden. bereits länger und bereits gut eingeführt ist der Vollernter Kirpy. Dieser schneidet alle 7 bis 10 Tage den Damm auf der gewünschten Höhe durch, wobei er auch die gewachsenen Spargeln im Boden schneidet. Diese werden aus dem Erdreich ausgesiebt und die Erde danach wieder zu einem Damm geformt. Als Vorteil nannte Gubler lockere unkrautfreie Dämme und keine angestochenen Spargel. Nachteilig sind viele kleine Spargeln. Auch die Ernte der grünen Spargeln ist die neue Technologie im Anmarsch. Das System Haws aus den USA kann bei einer Erntegeschwindigkeit von 6 km/h auf drei Meter Breite 80 bis 90% der erntebaren Spargeln erfassen, wobei der Einsatz vor allem in flachen und geraden Reihen möglich ist, bei Investitionen von 250‘000 bis 300‘000 Dollar nötig sind.

Quelle: RoMü
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