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Nutztiere 04.09.2017 08:08

Fleisch-Importe sind gesunken

Auch im aktuellen Jahr stammen grössere Anteile der inländisch verarbeiteten und verzehrten Fleischprodukte und Schlachtnebenprodukte aus dem Ausland (55 Mio. kg im 1. Halbjahr 2017), um den inländischen Fleischbedarf zu decken. Die grössten Importjahre aber liegen bereits zurück.

Sowohl beim Geflügel als auch bei den Wurstwaren und den restlichen Fleischeinfuhren wurden 2017 tiefere Halbjahreszahlen notiert als in den Jahren zuvor, insbesondere im Vergleich zum 1. Halbjahr 2014 (65 Mio. kg Fleischimport). Beim Geflügel (-10 %) sind weniger gefrorene Produkte und Trutenfleisch eingeführt worden, während der Import frischer Pouletbrüste gestiegen ist. Bei Fleisch (Edelstücke beim Rind) und geniessbaren Schlachtnebenprodukten vom Schwein (z.B. Leber, Niere und Herz; für die Verarbeitung u.a. zu Tierfutter) wurden tiefere Importe beobachtet. Gestiegen sind dagegen die Importe von Schlachtkuhhälften. Insgesamt wurden 2017 innerhalb der Zollkontingente tiefere Importmengen freigegeben als im 1. Halbjahr 2016.

Unterschiedliche Produktionsentwicklungen
Die inländische Produktion dient als wichtiger Erklärungsansatz für die gesunkenen Importe. Die inländischen Schlachtmengen sind gegenüber dem Vorjahr zum Teil gestiegen (Poulet +1,4 % auf 43.9 Mio. kg, Schwein +0,6 % auf 116.3 Mio. kg). Beim Rind- und Kalbfleisch wurden dagegen deutlich tiefere (provisorische) Schlachtmengen beobachtet (z.B. Kühe -4,4 % auf 22.2 Mio. kg), was Importe im Verarbeitungssektor begünstigte (siehe auch Marktbericht Fleisch April 2017). Insgesamt sanken die beobachteten inländischen Schlachtmengen im 1. Halbjahr 2017 um knapp 1 % auf 234.2 Mio kg (Quelle: Agristat). Unklar bleibt, wie sich die inländischen Lagermengen auf die Angebotssituation ausgewirkt haben (Volumen nicht bekannt). Ob der Konsum ebenfalls gesunken ist, kann deshalb und aufgrund weiterer Unbekannten (z.B. dem Einkaufstourismus) nicht geklärt werden.

Deutschland ist wichtigster Handelspartner
Deutschland bleibt auch im laufenden Jahr der wichtigste Handelspartner für die Schweiz im Fleischbereich. Produktspezifisch werden teilweise zwar Importe aus weiteren Ländern wie etwa Italien bei den Wurstwaren (69 % Anteil) oder Brasilien beim Geflügel (33 %) getätigt. Dennoch stammt im laufenden Jahr über ein Viertel aller mengenmässigen Fleischimporte aus dem nördlichen Nachbarland (27 %).

Quelle: Bundesamt für Landwirtschaft BLW
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  •  Redaktion [RED]

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