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Archiv2015 24.03.2016 10:56

frigemo: Dünger für die Region

Für rund 14 Millionen Franken baute die frigemo eine der modernsten Industrie-Kläranlagen der Schweiz. Die Anlage generiert bis zu 7000m3 Recyclingdünger pro Jahr, den die Landwirte aus der Region auf ihre Felder austragen.
  • Die dreistufige Kläranlage der frigemo in Cressier (NE) könnte eine Schweizer Kleinstadt versorgen.

Zu Tausenden ruckeln sie übers Förderband: Kartoffeln, überzogen mit brauner Erde, aus denen nur wenig später Pommes Frites, Flocken oder Kroketten werden. Über 50‘000 Tonnen Schweizer Kartoffeln werden jedes Jahr von frigemo in Cressier (NE) verarbeitet. Angeliefert von Produzenten, die bis 60 Kilometer vom Standort entfernt die Knollen anpflanzen.

Einer der ersten Verarbeitungsschritte ist die Reinigung der Kartoffeln. «Der Wasserbedarf des Produktionsstandorts Cressier beträgt rund 80 Prozent des gesamten Wasserverbrauchs der frigemo-Gruppe», sagt Florian Hummel, Projektleiter Energie/Umwelt bei der frigemo. Insgesamt fallen beim Produktionsstandort rund 400 000 m3 Abwasser pro Jahr an. Seit über 40 Jahren wird dieses Prozessabwasser von der frigemo direkt am Standort gereinigt, da ein schonender Umgang mit Ressourcen – dazu gehört auch Wasser – für die frigemo zu den obersten Prioritäten zählt.

Allerdings konnte die bestehende Kläranlage der frigemo mit den modernen Möglichkeiten nicht mehr ganz Schritt halten. Die fenaco entschied deshalb 2012, rund 14 Mio. Franken in den Bau einer neuen Anlage zu investieren. Im vergangenen August konnte die Kläranlage mit einer neuen Biogas- Fermentationsanlage erfolgreich in Betrieb genommen werden. Die über 40-jährige Anlage wurde im Rahmen der Neubauphase rückgebaut.

«Die frigemo Cressier verfügt heute über eine der modernsten, privaten Industrie- Kläranlagen der Schweiz», sagt Florian Hummel. Die dreistufige Anlage mit Phosphatfällung hat eine Leistung von 30 000 Einwohner-Gleichwerten, was der Grössenordnung einer Abwasser-Reinigungsanlage (ARA) der Stadt Neuenburg entspricht. Für die Anlage arbeiten derzeit drei Mitarbeitende – der Betrieb ist hochautomatisiert.

Das aus der Vergärung gewonnene Biogas wird seit 2007 vollständig zur Prozessdampferzeugung genutzt und ersetzt damit rund fünf Prozent des jährlichen Butangasverbrauchs.

Dünger für die Bauern
«Weil wir kein Sanitärwasser auf der Anlage verarbeiten, kann der biologische Schlamm als Recyclingdünger genutzt und auf die Felder ausgetragen werden », erklärt Florian Hummel. Von den Bauern aus der Region wird dieses Angebot gern genutzt: Zwischen 4000 und 7000 m3 dieses Recyclingdüngers werden von den Landwirten pro Jahr über eine einfache Tankvorrichtung direkt auf dem frigemo-Areal in Cressier bezogen. «Unser Recyclingdünger ist reich an Phosphat und Stickstoff», begründet Florian Hummel den Erfolg seines Recyclingsdüngers.

Ein Modell, das Schule machen könnte. Denn die Vorkommen des Rohstoffs Phosphat, der in Minen im Ausland abgebaut wird, sind endlich. Wenn die Bodenschätze zur Neige gehen, ist die Landwirtschaft auf Alternativen angewiesen. Zudem werden die sozialen und ökologischen Abbaubedingungen in ausländischen Minen immer wieder kritisiert.

Die fenaco arbeitet mit solchen Modellen für Recyclingdünger darauf hin, den Schweizer Landwirten auch in Zukunft erfolgreiche Lösungen anbieten zu können.

Zur frigemo: Das Tochterunternehmen der fenaco ist spezialisiert auf Kartoffel-, Gemüse-, Früchte-, Pasta- sowie Convenience-Produkte. frigemo ist zudem exklusive Schweizer Lizenznehmerin der Marke Mc-Cain. Die Unternehmensgruppe produziert und vermarktet an elf Standorten in der Schweiz vorwiegend Frisch- und Tiefkühlprodukte.

Quelle: UFA-Revue 3/16
  • Autor/Redaktor
  • Gabriela Küng
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