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Pflanzenbau 09.10.2017 10:57

Getreideernte 2017: tiefe Mykotoxin-Belastung

Swiss granum überwacht in Zusammenarbeit mit Agroscope im Rahmen eines Monitorings das Risiko der Mykotoxin-Belastung des Getreides vor und nach der Ernte. Die Deoxynivalenol-Belastung von Brotweizen sowie Gerste und Triticale liegt auf einem tiefen Niveau.

Die Arbeitsgruppe «Lebensmittelsicherheit» von swiss granum zog Bilanz des diesjährigen Monitorings für Brotweizen, Gerste und Triticale. 

Brotweizen
Von gesamthaft 114 analysierten Brotweizen-Mustern der Ernte 2017 wiesen nur 4% eine Deoxynivalenol (DON)-Belastung oberhalb der Nachweisgrenze auf (DON >0.2 ppm bzw. mg/kg). Somit lagen die diesjährigen Ergebnisse weit unter dem geltenden Grenzwert für nicht verarbeitetes Getreide von 1.25 mg DON/kg. Der Höchstgehalt lag bei 0.64 mg DON/kg. Die diesjährige Mykotoxin-Belastung liegt somit auf einem ähnlichen Niveau wie 2015, dem Jahr mit dem tiefsten Belastungsniveau seit der Einführung des Monitorings im Jahr 2007. Die tiefe Mykotoxin-Belastung, trotz für den Pilz Fusarium graminearum günstigen Bedingungen während der Getreideblüte, ist vermutlich auf die Hitzeperiode Mitte Juni bis Anfang Juli zurückzuführen, welche die weitere Entwicklung von F. graminearum auf den Ähren und die DON-Bildung hemmte, sowie die Abreife der Körner beschleunigte.

Gerste und Triticale
DON kam dieses Jahr in den Gerstenmustern häufiger vor als im Vorjahr. 70% der analysierten Muster wiesen einen Gehalt oberhalb der Nachweisgrenze von 0.2 mg/kg. Das Belastungsniveau blieb jedoch tief, ähnlich wie dasjenige aus dem Jahr 2013. Bei 66% der Muster lag der DON-Gehalt zwischen 0.2 und 0.5 mg/kg. Nur bei einem Muster wurde ein Gehalt oberhalb von 1 mg/kg nachgewiesen (2.2 mg/kg).
Bei Triticale wurde das Mykotoxin DON dieses Jahr weniger häufig nachgewiesen als 2016. Von gesamthaft 42 analysierten Mustern wiesen 45% einen Gehalt zwischen 0.2 und 0.5 mg/kg, 24% zwischen 0.5 und 1 mg/kg und 7% oberhalb von 1 mg/kg auf. Der Höchstgehalt lag bei 3 mg/kg.
Zearalenon (ZEA) wurde nur bei Mustern mit einem DON-Gehalt über 0.3 mg/kg analysiert. Bei der Gerste wurde in den sechs Mustern kein ZEA nachgewiesen. Von 21 Triticale-Mustern wiesen 48% einen Gehalt oberhalb der Nachweisgrenze auf (zwischen 0.002 und 0.005 mg/kg).

Körnermais
Die ersten Resultate des Mykotoxin-Monitorings für Körnermais sind ab November verfügbar. Es ist jedoch mit einem höheren Belastungsrisiko als beim Getreide zu rechnen. Vor allem in Feldern, in welchen die Maispflanzen durch Hagel beschädigt wurden, können Fusarium-Pilze stärker auftreten. In warmen und trockenen Jahren treten die Fumonisin-produzierenden Fusarien-Arten (F. verticillioides, F. proliferatum) stärker auf, in regenreichen Jahren die DON-produzierende Art F. graminearum.

Aussaaten 2018
Die Branche weist erneut auf die Wichtigkeit der Präventivmassnahmen hin, insbesondere auf Stufe der Produktion. Bezüglich F. graminearum-Befall und DON-Belastung wird empfohlen:

  • Fruchtfolge mit zu hohem Getreide- und insbesondere Mais-Anteil vermeiden,
  • Ernterückstände zumindest fein zu mulchen oder aber in den Boden einarbeiten (bei Pflug nicht zu tief, da sonst der Abbau der Ernterückstände verringert wird),
  • Bei Bodenbearbeitung ohne Einarbeitung der Ernterückstände: Weizen oder Triticale nach Mais, 
  • oder Triticale nach Weizen vermeiden,
  • Wenig anfällige Sorte und zertifiziertes Saatgut wählen.
Quelle: Swiss granum
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