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Nutztiere 11.10.2017 07:43

Gibt es Bio-Wild-Fleisch?

Der Herbst ist Wildzeit. Während der Jagdsaison wird in der Schweiz am meisten Wild-Fleisch verzehrt. Aber wie sieht es aus mit Bio-Wild? Gilt ein in der freien Wildbahn geschossenes Tier automatisch als «Bio»? Die Richtlinien dafür sind klar definiert.

Die Auswertung der Detailhandelsabsätze von Nielsen zeigen, dass 2016 rund 2,9% des Wildfleischs in Bio-Qualität über das Ladenband lief. Unter Berücksichtigung der Nischenposition von Wild-Fleisch  beläuft sich der Bio-Wild-Markt im Detailhandel auf sehr tiefem Niveau (33 Tonnen, -12,3% gegenüber 2015).

Keine Bio-Zertifizierung für Jagd-Erzeugnisse
Bio Suisse hat definiert, dass zertifiziertes Bio-Wild nur aus kontrollierter Zucht angeboten werden darf. Durch die Gatterhaltung kann garantiert werden, dass auch die Futtergrundlage der Tiere aus biologischem Anbau stammt und beispielsweise nicht mit Pestiziden belastet ist. Wird ein Tier hingegen wild geschossen, ist nicht nachvollziehbar, welche Nahrung es aufgenommen hat und entspricht daher nicht den Bio-Anforderungen.

Herausforderung für Bio-Wild-Produzenten
Die hohe Saisonalität von Wild-Fleisch ist für die rund 40 Knospe-Wild-Züchter (Stand 2017) eine grosse Herausforderung, da in der Zucht über das gesamte Jahr hinweg Fleisch produziert wird. Die Nachfrage nach Wild-Fleisch ist aufgrund der traditionellen Jagdsaison jedoch primär im Herbst hoch. Zudem sind klassische, Schweizerische Wild-Rezepte stets mit herbstlichen Zutaten verknüpft. Insbesondere im Sommer kann kaum Wildfleisch abgesetzt werden, obwohl sich gerade Hirschfleisch bestens als Grillfleisch eignet. Dass dies eine Schweizer Eigenheit ist, zeigt der Blick Richtung Norden: So wird beispielsweise in England Wild das ganze Jahr über konsumiert, eine Wildsaison wie in der Schweiz gibt es da nicht.

Quelle: Bundesamt für Landwirtschaft BLW
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  •  Redaktion [RED]

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