UFA REVUEUFA-Revue: Fachzeitschrift für die Schweizer LandwirtschaftDetailseitenMaster

Management 22.12.2017 09:43

Groupe Minoteries SA akquiriert Silo

Der Getreidesilo Schwarzenbach (Wil/SG) mit einer Lagerkapazität von knapp 26’000t wird seit 2002 von Groupe Minoteries SA (GMSA) primär zur Abdeckung der Bedürfnisse der Bruggmühle Goldach AG in eigener Regie betrieben. Bis anhin stand die GMSA mit der Eberle Nafag AG, Immobilien (ENAG IMMO) lediglich in einem Mietverhältnis.

Die GMSA und die ENAG, IMMO sind übereingekommen die Eigentumsverhältnisse – entsprechend den unterschiedlichen Ausrichtungen und Zielsetzungen der beiden Unternehmungen – neu zu ordnen. Die ENAG IMMO hat per Mitte Dezember den Getreidesilo, Lagerhalle, einschliesslich des rund 4’800m2 grossen Grundstücks mit Bahnanschluss an die GMSA verkauft. Das nicht überbaute, unmittelbar angrenzende Industriegrundstück von knapp 9’000m2, verbleibt im Eigentum der ENAG IMMO. Finanziert wird die Operation des über 80’000m3 umfassenden Baukörpers von Seiten der GMSA weitgehend aus eigenen Mitteln.

Der Anfang der 80er Jahre durch die Familie Eberle (Eberle Mühlen, Rickenbach) mit grosser unternehmerischer Weitsicht und gleichzeitig sehr aufwendig konzipierte Betonsilo, welcher durch laufende Ersatzinvestitionen stets auf dem neuesten Stand gehalten wurde, ist durch den direkten Industriegeleise-Anschluss (SBB Linie Wil – St.Gallen) und die nur einige Minuten Fahrzeit entfernte Autobahn verkehrstechnisch äusserst vorteilhaft gelegen. Die Lagerkapazität von rund 26’000t verteilt sich auf insgesamt 148 Zellen. Entgegen den meisten anderen Bauten dieser Art in der Schweiz, verfügt der Silo Schwarzenbach damit über eine sehr grosse Anzahl einzelner Zellen (zwischen 60t und 350t), was den heutigen Erfordernissen / Bedürfnissen in fast idealer Weise entspricht. Einerseits kann dadurch der Rohstoff entsprechend der unterschiedlichen inneren Qualität des Brotgetreides differenziert eingelagert werden, was eine der Grundvoraussetzungen ist, um die Qualitätskonstanz der Mehle sicherzustellen. Andererseits verlangt die 2. Verarbeitungsstufe und damit der Mehlmarkt ein immer breiteres Sortiment, was die strikte Trennung und Separierung von verschiedensten Anbauformen/Provenienzen (konventionell, IP-Suisse, Bio, Demeter, ADR, etc.) notwendig macht, um die lückenlose Rückverfolgbarkeit – eine der zentralen Label-Vorgaben – jederzeit sicherzustellen. Um dieser Komplexität gewachsen zu sein, braucht es im Bereich der Lagerhaltung der Rohstoffe – wie übrigens auch der Fertigprodukte – eine immer anspruchsvollere Infrastruktur. Die dadurch entstehenden zusätzlichen betrieblichen Kosten reflektieren sich allerdings nur ungenügend in den erzielbaren Preisen der Mahlprodukte, was den Druck auf die Branche laufend erhöht, den Konsolidierungsprozess noch weiter voranzutreiben.

Die GMSA verfügt an den Produktionsstandorten Granges-près-Marnand (VD), Zollbrück (BE) und Goldach (SG) einschliesslich des Silos Schwarzenbach (SG) über eine Lagerkapazität von rund 60’000t Getreide, um die Einlagerung des Pflichtlagers (derzeit rund 37’000t) und der freien Vorräte sicher stellen zu können. 

Grundsätzlich wird diese bedeutende Transaktion insgesamt keinen wesentlichen Einfluss auf das zukünftige finanzielle Ergebnis der GMSA ausüben, zumal den wegfallenden Mietkosten zusätzliche Abschreibungen gegenüberstehen. Allerdings verbessert sich damit der operationelle Cash flow und damit eine der zentralen Kennzahlen.

Fest steht, dass sich die GMSA mit dieser Akquisition erneut mit aller Klarheit – und in enger Solidarität zusammen mit der ihr vorgelagerten Landwirtschaft – vorbehaltlos zum Agrarstandort Schweiz bekennt und sich damit auch mit Vehemenz gegen die destabilisierenden Ideen des Bundesrates stellt, welche am 01.11.2017 im Rahmen der Vorstellung des Berichtes «Gesamtschau zur mittelfristigen Weiterentwicklung der Agrarpolitik» (AP22+) formuliert wurden.

Quelle: Groupe Minoteries SA
  • Autor/Redaktor
  •  Redaktion [RED]

    Email
Zurück zur Übersicht