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Archiv2015 09.03.2016 09:07

Handel Schweiz befürchtet Verluste

Gerade wurde in Brüssel die 12. Verhandlungsrunde zum TTIP abgeschlossen. Handel Schweiz befürchtet bei einem Abschluss vom TTIP ohne die Schweiz einen Exportrückgang von 12 bis 15% sowie einem Anstieg der Import- und Konsumpreise.
  • Beim Abschluss vom TTIP sollen nach heutigem Stand unter anderem die Zölle auf Himbeeren gesenkt werden.

Ein Abschluss vom TTIP ohne die Schweiz hätte weitreichende, schreibt Handel Schweiz in einer Medienmitteilung. Denn die USA und die EU würden nicht nur die Hälfte der Weltwirtschaft ausmachen – sie seien auch die beiden wichtigsten Handelspartner der Schweiz. Gerade wurde die 12. Verhandlungsrunde in Brüssel abgeschlossen. Die EU sei bereit, auf fast alle Einfuhrzölle auf US-Importe zu verzichten – mit Ausnahme der Agrargüter, teilt Handel Schweiz mit. Allerdings werde bei manchen Produkten wegen der hohen Zölle auf den Handel ganz verzichtet. Darunter fallen Erdnüsse, für die der Zoll 30% beträgt oder die Molkerei-Produkte mit 40%. Sogar bei manchen Agrarprodukten sollen die Zölle gesenkt werden wie bei Limetten, Himbeeren oder Fisch. Ausserdem sei die EU bereit, die Einfuhrabgabe für verschiedene Getreide- und Mehlsorten teilweise zu streichen. Im Gegenzug sollen europäische Firmen einfacher zu Aufträgen der öffentlichen Hand in den USA kommen.

Exportrückgang in der Schweiz und höhere Preise
Die Schweiz steht nach wie vor im Abseits, da sie nicht Teil der TTIP-Verhandlungen ist. Der Dachverband Handel Schweiz fordert deshalb die Politik eindringlich zum sofortigen Handeln auf. Kommt TTIP ohne die Schweiz zustande, habe dies erhebliche Nachteile für die Wirtschaftslage der Schweiz. Denn zwei Drittel des Schweizer Aussenhandels finden im Gebiet von TTIP statt. Handel Schweiz geht von einem Exportrückgang von 12 bis 15% sowie einem Anstieg der Import- und Konsumpreise aus. Einerseits werden für die Schweizer Unternehmen Zertifizierungen teurer, andererseits werden europäische und amerikanische Produkte gegenüber den Schweizern im Vorteil sein. Werden alle direkten und indirekten Effekte zusammengenommen, so schätzt Handel Schweiz die mittelfristigen Verluste für den einzelnen Bürger auf bis zu 7% seines Einkommens. Das entspricht in etwa dem 13. Monatslohn.

Quelle: Handel Schweiz
  • Autor/Redaktor
  • Gabriela Küng
  • Gabriela Küng [gk]
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