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Nutztiere 07.08.2017 08:20

Importeier: Verkaufsstopp nun auch in der Schweiz

Nachdem Spuren des Insektizids Fipronil in mehreren niederländischen und einigen deutschen Legebetrieben gefunden wurden, stoppten zahlreiche deutsche Handelsketten den Verkauf von Importeiern. Nun schliesst sich Aldi Schweiz ebenfalls an und verbannt Importeier aus ihren Regalen.

Nach dem Fund von Rückständen des Insektizids Fipronil in den Niederlanden und Deutschland, verhängten Aldi Süd und Nord sowie Rewe und Penny vorerst ein Eier-Verkaufsstopp. Der Deutsche Bauernverband (DBV) hält die Reaktion der Detailhändler zum jetzigen Zeitpunkt als überzogen, heisst es in einer Mitteilung des DBV. Die EU-Kommission hätte die Situation als «unter Kontrolle» bezeichnet und das Bundesinstitut für Risikobewertung die deutschen Eier als unbedenklich eingestuft.

In der Schweiz wird Fipronil in der Geflügelzucht nicht eingesetzt. Es lägen zudem keinerlei Hinweise vor, dass insektizid-belastete Eier in die Schweiz gelangt sein könnten, so der BLV-Sprecher Stefan Kunfermann laut einer Mitteilung der Nachrichtenagentur sda. Trotzdem hat der Skandal nun auch Folgen für die Schweiz. Der Detailhändler Aldi Swiss nimmt vorübergehend alle Importeier aus dem Sortiment. Schweizer Eier sind weiterhin erhältlich.

Aldi Schweiz teilte mit, dass es sich dabei lediglich um eine Vorsichtsmassnahme handle. Eine gesundheitliche Beeinträchtigung sei weiterhin nicht zu erwarten. Das gesamte Eier-Sortiment von Aldi Schweiz wird nun im Labor stichprobenartig auf Rückstände von Fipronil getestet. In Zukunft sollen nur noch Eier an den Detailhändler geliefert werden, die zuvor negativ auf das Insektizid getestet wurden.

In den Niederlanden wird nach dem Skandal mit grossen Einkommensverlusten gerechnet. Jährlich produzieren niederländische Legebetriebe 10 Milliarden Eier, von denen etwa 60 bis 70 Prozent für den Export bestimmt sind. Knapp 20 Prozent aller Legebetriebe in den Niederlanden mussten nun vorübergehend gesperrt werden.

Quelle: LID
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  •  Redaktion [RED]

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