UFA REVUEUFA-Revue: Fachzeitschrift für die Schweizer LandwirtschaftDetailseitenMaster

Pflanzenbau 05.10.2017 08:59

Kartoffelanbau: Ernte 2017 und Aussichten auf 2018

Die Kartoffelernte 2017 kann nach den zwei sehr schwachen Vorjahren als durchschnittlich bis gut bezeichnet werden. Das Pflanzgut aus der inländischen Vermehrung zeigt eine gute äussere Qualität. Der Virusdruck und damit der Anteil virusinfizierter Knollen ist jedoch höher als in den Vorjahren.
  • (Bild: Anliker Landtechnik AG)

Die Pflanzbedingungen im Frühling 2017 waren ausgezeichnet und erfolgten je nach Verwendungsrichtung zeitlich gestaffelt. Die kühle Witterung, teilweise verbunden mit Schneefall und Frost Ende April verzögerte die Entwicklung der Frühkartoffeln und auch die bereits aufgelaufenen Pflanzgutbestände wurden in der Entwicklung gehemmt. Die tiefen Temperaturen dürften ein Hauptgrund sein für den oft unterdurchschnittlichen Knollenansatz. Dies hat folgende Auswirkungen auf die Ernte 2017:

  • Pflanzgut: deutlich tiefere Anteile Kleinsortierung als in den Vorjahren
  • Frühkartoffeln: schöne homogene Ware
  • Festkochende Sorten: sehr tiefe Anteile Raclette, Problematik übergrosse Knollen
  • Mehligkochende Sorten: gute Erträge, teilweise übergrosse Knollen
  • Chipssorten: gute Erträge, kleine Anteile Unterkaliber über alle Sorten
  • Fritessorten: gute Erträge mit oft grossfallenden Knollen
Zu den Veredelungssorten ist weiter zu bemerken, dass die Stärkewerte teilweise knapp sind. Die Kartoffelernte ist gegenüber den Vorjahren ein bis zwei Wochen verzögert. Für den weiteren Verlauf der Ernte und für die Einlagerung ist der Temperaturverlauf entscheidend. Die Ernte und Manipulation bei zu kühlen Temperaturen kann zu Blauflecken/Schlagschäden führen und die Manipulation muss sehr schonend erfolgen.  

Pflanzgutproduktion 2017

Die Pflanzgutproduktion ist gemäss der Ertragserhebung von Swisssem quantitativ als gut einzustufen. In den einzelnen Sortengruppen treten aber Differenzen auf zu Angebot und Nachfrage unter den Sorten. Zum Teil sind die Partien mit etwas Flachschorf belastet, dagegen ist der deutlich problematischere Pulverschorf nicht aufgetreten bei der Bonitierung sämtlicher Partien bei Agroscope. Auffällig ist der durchschnittlich höhere Virusbefall. Bei anfälligen Sorten kommt es dieses Jahr auch verbreitet zu Abweisungen beim Test im Labor. Pflanzgut wird abgewiesen, wenn der Anteil mit Virus befallener Knollen über 10% liegt.

Lieferbedingungen
Für Bestellungen bis und mit 10. November 2017 gilt der Grundpreis. Die Auslieferung erfolgt Ende November. Ein Zuschlag von 5.– Fr./100 kg gilt für Bestellungen ab dem 13. November für Lieferungen bis 22. Dezember 2017. Für Lieferungen nach dem Neujahr beträgt der Zuschlag 13.– Fr./100 kg.

Mengenabstufungen

  • Pflanzgut Normalsortierung kann auch in BigBag à 1100 kg bestellt werden 
  • Mengenabstufung bei Paloxen: Preisabstufung bei Bestellungvon über 3300 kg/lot
  • Gebeiztes Pflanzgut wird für Normalsortierung in Paloxen oder Sackmengen über 750 kg angeboten.
  • Kleinsortierung wird in erster Priorität für Bestellungen in Paloxen reserviert
  • 25 kg Säcke von Normalsortierung Frischkonsumsorten werden in drei Mengenabstufungen angeboten (unter 250 kg, 250 – 750 kg, über 750 kg)
  • 25 kg Säcke von Veredelungssorten werden kaum nachgefragt, ab einer Bestellmenge von 750 kg ist eine Lieferung möglich 

Neue Sorten
Bei den festkochenden Sorten wurde Queen Anne neu eingeschrieben. Mit Ivory Russet und Lady Anna im Fritesbereich, sowie Osira und Figaro im Chipsbereich werden bei den Veredelungskartoffeln gleich vier neue Sorten auf die empfohlene Liste eingetragen.

Quelle: UFA-Revue 10/2017

  • Autor/Redaktor
  •  Redaktion [RED]

    Email
Zurück zur Übersicht