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Verschiedenes 31.08.2017 09:45

Kaum Plastikteilchen im Schweizer Bienenhonig

Wissenschaftliche Laboruntersuchungen widerlegen, dass Schweizer Bienenhonig mit Mikroplastik verunreinigt ist.
  • (BIld: Apiservice)

Unter dem Titel «Plastik im Honig: Test zeigt Verschmutzung im Naturprodukt» wurden die Schweizer Honigkonsumenten im März 2014 durch eine Sendung des Kassensturz aufgeschreckt. Gemäss einer im Auftrag des Kassensturz durchgeführten Studie an einer deutschen Universität waren alle untersuchten Schweizer Bienenhonige zum Teil massiv mit Plastikteilchen belastet. «Der Wind transportiert den Plastik in die Umwelt. Die Plastikteilchen schweben in der Luft und lagern sich auf den Blütenpollen ab. Dort nehmen ihn die Bienen auf und fliegen damit zurück zum Stock» – so die Aussage des Kassensturz. Die Stiftung Konsumentenschutz ging noch einen Schritt weiter und empfahl den Honigkonsumenten, auf den Konsum von Schweizer Bienenhonig zu verzichten oder auf ausländische Produkte auszuweichen, wie aus einer Mitteilung von Apisuisse hervorgeht.
Der Verein deutschschweizerischer und rätoromanischer Bienenfreunde (VDRB), Mitglied der nationalen Dachorganisation Apisuisse, sei über diese Befunde überaus besorgt gewesen, heisst es weiter in der Mitteilung, gilt doch Schweizer Bienenhonig als das reine Naturprodukt schlechthin. Wäre es denkbar, dass die Schweizer Imkerschaft vielleicht sogar zu diesem Problem beitragen würden? Um diese und weitere Fragen zu beantworten, suchte der VDRB die Zusammenarbeit mit einem renommierten Labor, um Herkunft und chemische Zusammensetzung dieser Teilchen zu bestimmen.
Zusammen mit der Firma Intertek wurden Schweizer Bienenhonige verschiedener Herkunft nach höchsten wissenschaftlichen Standards untersucht. Mit Kontrolldurchgängen wurde sichergestellt, dass die Resultate nicht durch die Versuchsanordnung oder durch Partikel aus der Umgebung verfälscht wurden.
Nur in einem einzigen Fall konnte in einem der untersuchten Honige ein Teilchen gefunden werden, welches aufgrund seiner chemischen Struktur Plastik zugeordnet werden konnte. Von einer systematischen Verunreinigung des Schweizer Bienenhonigs mit Mikroplastik könne also nicht die Rede sein. Auch die vom Kassensturz verbreitete Hypothese, dass Bienen Mikroplastik in den Bienenstock eintragen, sei durch diese Befunde entkräftet. Zum gleichen Schluss seien auch andere wissenschaftliche Untersuchungen gekommen, welche Mikroplastik Verunreinigungen - wie sie vom deutschen Universitätsinstitut für andere Lebensmittel beschrieben worden waren - untersucht hatten, so Apisuisse.

Quelle: Apisuisse
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