UFA REVUEUFA-Revue: Fachzeitschrift für die Schweizer LandwirtschaftDetailseitenMaster

Pflanzenbau 30.08.2017 09:49

KEF: neue Publikationen zum Stand der Forschung

Die Kirschessigfliege (KEF) ist ein Schädling, der in erster Linie Beeren, Steinobst- und Rebkulturen befällt. Um die Risiken in Obstanlagen und Weinbergen besser angehen zu können, hat Agroscope unter Einbezug des FiBL im Jahr 2012 eine Taskforce etabliert, an der sich verschiedene Forschungsgruppen beteiligen. Die Ergebnisse der Forschungsarbeiten sind Gegenstand von zwei neuen Publikationen.
  • Die Kirschessigfliege kann beträchtliche Schäden verursachen. (Bild: Agroscope)

Die Kirschessigfliege, Drosophila suzukii, stammt ursprünglich aus Südostasien und wurde in der Schweiz erstmals im Jahr 2011 nachgewiesen. Betroffen sind insbesondere Beeren-, Steinobst- und Rebkulturen. Die Kirschessigfliege legt ihre Eier während der Reifeperiode in die Früchte und kann je nach Kultur, Umwelt- und Klimabedingungen erhebliche Schäden verursachen. Chemische Bekämpfungsmassnahmen erwiesen sich als unbefriedigend und können zur Bildung von Resistenzen führen. Aus diesem Grund hat die Taskforce einen globalen, multidisziplinären Bekämpfungsansatz erarbeitet, um den Schädling einzudämmen. Die Resultate der Forschungsarbeiten sind Gegenstand von zwei neuen Publikationen:

  • Spezialausgabe der Revue suisse d’arboriculture et de viticulture zum Thema Drosophila suzukii 
    In dieser Ausgabe sind neun Artikel enthalten, welche einen Überblick über die aktuellen Forschungsarbeiten und Bekämpfungsansätze geben. Die meisten Artikel werden ebenfalls auf Deutsch in der Schweizer Zeitschrift für Obst- und Weinbau erscheinen.

  • Technischer Leitfaden für die Bekämpfung der Drosophila suzukii in Beerenkulturen
    Der 22-seitige technische Leitfaden richtet sich hauptsächlich an Beerenproduzenten und kantonale Pflanzenschutzstellen, ist jedoch auch interessant für Obst- und Weinproduzenten. Der erste Teil erklärt die korrekte Identifizierung des Schädlings, den Lebenszyklus, die günstigen Entwicklungsbedingungen sowie die Schäden in den Kulturen. Da sich keine Bekämpfungsmethode allein als genügend wirksam erwiesen hat, basiert die beschriebene Strategie auf einer Kombination von verschiedenen Massnahmen, welche im Rahmen der Taskforce erarbeitet wurden. Im zweiten Teil werden prophylaktische Massnahmen (Standortwahl für die Kultur, Fallen zur Überwachung des Schädlings), Massenfangmethoden, der Ausschluss durch engmaschige Netze, der Einsatz von Pflanzen mit abstossender bzw. anziehender Wirkung, das Potenzial von Parasitoiden (welche die Drosophila suzukii befallen), chemische Bekämpfungsstrategien und die Kühllagerung der Früchte beschrieben.
Quelle: Agosope
  • Autor/Redaktor
  •  Redaktion [RED]

    Email
Zurück zur Übersicht