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Nutztiere 30.11.2017 18:04

Kein Importverbot für Stopfleber

Der Ständerat will den Import von tierquälerisch erzeugten Lebensmitteln wie Stopfleber nicht verbieten.

Der Ständerat hat sich heute mit 37 zu 4 Stimmen bei 1 Enthaltung deutlich gegen ein Importverbot von Stopfleber ausgesprochen. Damit ist der Vorstoss von Nationalrat Matthias Aebischer (SP/BE) vom Tisch. Dieser verlangte in einer Motion, die Einfuhr von tierquälerisch erzeugten Produkten – wie Stopfleber oder Froschschenkel - zu verbieten.

Der Nationalrat hat in der Sommersession 2017 ein Importverbot mit 97 zu 77 Stimmen bei 17 Enthaltungen gutgeheissen. Der Bundesrat sprach sich dagegen aus. Ein generelles Importverbot sei mit dem internationalen Recht nicht vereinbar. Produkte, die nicht gemäss der schweizerischen Tierschutzgesetzgebung hergestellt würden, könnten nicht ohne Weiteres als «tierquälerisch erzeugt» qualifiziert werden, argumentierte der Bundesrat. Zudem führte die Landesregierung einen hohen Kontrollaufwand ins Feld.

Statt beim Import soll bei der Deklarationspflicht angesetzt werden. Der Ständerat nahm stillschweigend ein Postulat an. Damit wird der Bundesrat beauftragt, dem Parlament einen Bericht zum Thema vorzulegen. Er soll aufzeigen, wie die Pflicht zur Deklaration von Herstellungsmethoden, die nicht Schweizer Normen entsprechen, verschärft werden könnte, berichtet die Nachrichtenagentur SDA.

Eine Stopfleber ist die krankhaft vergrösserte «Fettleber» von Enten und Gänsen. Diese wird gemäss Tierschutzorganisation Peta erzeugt, indem man die Leber von Gänsen oder Enten mittels Zwangsfütterung auf etwa das Zehnfache ihres Gewichts anschwellen lässt. Hauptexporteur von «Foie gras» ist Frankreich mit 75 Prozent der weltweiten Produktion.

Quelle: LID
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