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Verschiedenes 31.07.2017 13:15

Kind verursacht Schaden – wer bezahlt?

Zahlt die Haftpflichtversicherung, wenn ein minderjähriges Kind einen Schaden gegenüber Dritten verursacht?

Im Allgemeinen gilt: Die Haftpflicht als Familienhaupt ist in der Grunddeckung der Privathaftpflichtversicherung enthalten. Schadenersatzpflichtig werden Eltern jedoch nur dann, wenn sie ihr Kind ungenügend beaufsichtigt haben oder ihr Kind urteilsfähig war. Ein Kind gilt als urteilsfähig, wenn es die Folgen seines Handelns erkennen und sich dementsprechend verhalten kann. Die Urteilsfähigkeit ist somit nicht an ein bestimmtes Alter geknüpft, sondern wird bei Kindern ab zirka Alter 10 im konkreten Einzelfall abgeklärt.

Wenn hingegen das Kind noch nicht urteilsfähig ist und die Eltern es genügend beaufsichtigt haben, werden die Eltern nicht haftbar. Das bedeutet auch, dass die Privathaftpflichtversicherung der Eltern nicht für den Schaden aufkommen muss. Da beispielsweise aber ein vom Kind verursachter Schaden die nachbarliche Beziehung stark belasten kann, kennen viele Versicherer in ihren Versicherungsbedingungen eine auf einen Betrag begrenzte «Wunschhaftung» für die Haftung des Familienhauptes. Dank dieser Wunschhaftung können die Eltern ihre Privathaftpflichtversicherung anweisen, den Schaden trotz fehlender Haftungsvoraussetzung zu übernehmen.

Die Eltern sollten einen von ihrem Kind verursachten Schadenfall gegenüber Dritten aber auf jeden Fall der Privathaftpflichtversicherung melden. Schadenersatzforderungen können in Einzelfällen nämlich sehr hoch ausfallen und die finanziellen Möglichkeiten der Eltern sprengen. Die Privathaftpflichtversicherung wird den Fall prüfen und gerechtfertigte Forderungen übernehmen und ungerechtfertigte Forderungen ablehnen.

Quelle: Beat Nebiker, Agrisano Stiftung
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