UFA REVUEUFA-Revue: Fachzeitschrift für die Schweizer LandwirtschaftDetailseitenMaster

Archiv2015 03.12.2015 11:09

Kirschessigfliege verursachte 2015 weniger Schäden

Nachdem die Kirschessigfliege im Jahr 2014 in allen Beerenkulturen schwerwiegende Schäden verursacht hat, verlief das Jahr 2015 ohne grössere Probleme. Dies war laut Agroscope einer effektiven Bekämpfungsstrategie und den Witterungsbedingungen zu verdanken.

Die 2011 erstmals in der Schweiz nachgewiesene Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) hat sich in allen Regionen der Schweiz verbreitet und im Jahr 2014 zu grossen Problemen und schwerwiegenden wirtschaftlichen Schäden geführt. Dabei spielten die Wetterbedingungen (milder Winter, feuchter Sommer und gemässigte Temperaturen) sicherlich eine entscheidende Rolle. Anfang 2015 herrschte grosse Besorgnis, denn die Population der Kirschessigfliege war fünfmal grösser als Anfang 2014. In allen Kantonen fand für D. suzukii eine strenge Überwachungskampagne statt.

Information und wirksame Prävention
Ab Anfang Jahr publizierte Agroscope für jede Kultur geeignete Überwachungs- und Bekämpfungsstrategien. Anhand von Merkblättern und monatlichen Newslettern wurde über die aktuelle Situation informiert. Die empfohlenen Hygienemassnahmen wurden von der Praxis weitgehend befolgt. Die Ernteabstände wurden verkürzt und beschädigte oder überreife Früchte entsorgt und nicht mehr auf dem Boden liegen gelassen. Sobald der Schädling in einer Region oder auf einem Betrieb nachgewiesen wurde, wurden Bekämpfungsmassnahmen ergriffen wie die Installation von Netzen oder Massenfallen. Dank der Hitzeperioden im Sommer 2015 konnten die Schäden in Grenzen gehalten werden. Der Schädling ist empfindlich auf Hitze und Trockenheit und hat sich daher an schattige und feuchte Orte zurückgezogen, d.h. er hielt sich vorzugsweise in Wäldern anstatt in den sonnigen Kulturen auf.

Einfluss des Klimas
Die vergangenen Jahre bestätigten den grossen Einfluss der klimatischen Bedingungen auf die Population der Kirschessigfliege. Ein milder und feuchter Winter erlaubt es einer grösseren Population zu überwintern und im Frühling ab Anfang der Vegetationsperiode präsent zu sein. Kalte Winter dezimieren hingegen die Population stark und verzögern die Entwicklung des Schädlings im Frühling. Die starken Hitzeperioden im Sommer dieses Jahres haben es erlaubt, den Schädling einzudämmen. Ende dieses Jahres sind die Populationen zwar noch gross, aber hauptsächlich auf feuchte Gebiete beschränkt. Der bevorstehende Winter wird weitere Hinweise auf die für 2016 zu erwartenden Populationen geben.

Quelle: Agroscope
  • Autor/Redaktor
  • Verena Säle [vs]
    Redaktorin
    Email
Zurück zur Übersicht