UFA REVUEUFA-Revue: Fachzeitschrift für die Schweizer LandwirtschaftDetailseitenMaster

Management 25.09.2017 16:23

Klares Ja zur Ernährungs­sicherheitsinitiative

Die Initiative für Ernährungssicherheit wurde am 24. September 2017 mit einer Mehrheit von 78.7 Prozent der Stimmen angenommen. Konkret wird sich aber auf die Schnelle nichts ändern – der neue Verfassungsartikel wird als Grundlage für zukünftige Entwicklungen in der Politik dienen.

Das sehr klare Resultat zeigt für das Initiativkomitee, dass sich die Stimmbürger der anstehenden weltweiten und nationalen Herausforderungen bewusst sind und einen Beitrag zur Bewältigung leisten wollen. Denn Ernährungssicherheit ist nicht selbstverständlich: Begrenztes Kulturland und eine Produktion mit knappen Ressourcen wie Wasser müssen immer mehr Menschen ernähren. Dazu kommen zunehmende Produktionsunsicherheiten infolge des Klimawandels. Damit Ernährungssicherheit gewährleistet ist, muss jedes Land für eine nachhaltig ausgelegte Produktion sorgen und die eigene Landwirtschaft entsprechend gezielt fördern. Die Schweiz hat als wahrscheinlich erstes Land der Welt diesen Schritt gemacht. Nun gilt es, den Volkswillen auch umzusetzen, schreibt das Komitee in einer Mitteilung. 

Der Schweizer Bauernverband (SBV) erwartet, dass der neue Artikel als Leitlinie und Zielvorgabe für alle kommenden Gesetzes- und Verordnungsänderungen gilt, welche die einheimische Land- und Ernährungswirtschaft betreffen. Speziell seien die Grundlagen für die Produktion wie das Kulturland zu sichern. Das im Parlament von Bundesrat Schneider-Ammann geäusserte Ziel von einer langfristigen Sicherung von einer Million Hektaren Kulturland sei hier die Richtgrösse. Die künftigen Herausforderungen gelte es weiter durch Förderung einer ressourceneffizienten, standortangepassten und auf den Markt ausgerichteten inländischen Produktion anzugehen. Sie soll sicherstellen, dass sich die Schweiz auch in Zukunft zu mehr als die Hälfte selber ernähren kann und dabei zu Boden, Wasser, Luft und Biodiversität langfristig Sorge trägt. Damit auch die soziale und ökonomische Nachhaltigkeit gewährleistet sei, brauche es eine höhere Wertschöpfung bei den einheimischen landwirtschaftlichen Familienbetrieben und eine faire Zusammenarbeit innerhalb der ganzen Branche. Ohne angemessene Einkommen werde sich der Strukturwandel nicht nur in der bisherigen Grössenordnung fortsetzen, sondern massiv beschleunigen, wie das Beispiel der Milchbetriebe zeige, so das Komitee. 

Ökonomische Nachhaltigkeit bedingt gemäss Komitee, das heutige Niveau des Grenzschutzes beizubehalten. Bei neuen Handelsabkommen seien zudem konsequent Nachhaltigkeitskriterien zu verankern, um den fairen Handel und eine umweltbewusste Produktion auch im Ausland einzufordern. Eine höhere Wertschätzung für Lebensmittel vermindere das Problem der Verschwendung und Foodwaste.

Quelle: Komitee «Ja zur Ernährungssicherheit»
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  •  Redaktion [RED]

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