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Archiv 2017 14.06.2017 14:06

Kunstwiesen: Welche Mischung bringt am meisten Ertrag?

Bei Futterbaumischungen gibt es eine grosse Auswahl. Doch welche Mischung hat die Nase vorne beim Ertrag sowie Energie- und Rohproteingehalt? UFA-Samen ging dieser Frage nach und testete verschiedene Mischungen in mehrjährigen Feldversuchen.

Im Kunstfutterbau darf es keine Kompromisse geben. Grundsätzlich ist die tierische Leistung aus dem Grundfutter die kostengünstigste Leistung. Doch nur gutes Futter wird gerne gefressen. Je besser also der Futterbau ist, desto mehr Milch und Fleisch gewinnt man aus dem Grundfutter.

Die Qual der Wahl
UFA-Samen führt über 50 verschiedene Futterbaumischungen. Doch welche ist auf meinem Betrieb am besten geeignet? Um die richtige Wahl zu treffen, muss sich der Betriebsleiter einige Überlegungen machen (siehe Kasten). Ein immerwährender Grundsatz heisst: Je länger die Mischung genutzt werden soll, desto wichtiger ist die Rezeptur.
Von Landwirten wird oft der Wunsch nach grossen Anteilen einzelner Komponenten wie Raygras, Luzerne oder Rotklee geäussert. Die Annahme geht dahin, dass diese Komponenten am meisten Ertrag oder Qualität bringen. Die Praktiker gehen davon aus, dass hochwachsende Pflanzen wie Italienisches Raygras, Luzerne und Rotklee einen Mehrertrag bringen. Stimmt das?

Futterbaumischungen im Versuch
Da es zu diesen Futterbaufragen nur wenig Resultate aus Praxisversuchen gibt, hat UFA-Samen in den Jahren 2014 bis 2016 umfassende Futterbauversuche durchgeführt. Dabei wurden die folgende Mischungen gestestet: UFA 240 CH (enthält Italienisches Raygras und Mattenklee), UFA 323 Gold (bestehend aus Luzerne, Mattenklee, Knaulgras, Wiesenschwingel und Timothe; ohne Raygras), UFA 330 (die meistverkaufte Englisch Raygras-Weisskleemischung), UFA 440 (eine feinstängelige, dicht wachsende Englisch Raygras-Weisskleemischung), UFA Swiss Highspeed (mit Wiesenfuchsschwanz und Knaul­gras für normale bis feuchte Lagen zum Mähen oder zur Mäh-Weidenutzung) und UFA Helvetia Highspeed (mit Rohrschwingel und Knaulgras für trockene Lagen, ebenfalls zum Mähen oder Mäh-Weidenutzen). 

Versuchsresultate
Die Durchschnittserträge über alle drei Jahre sind sehr ausgeglichen. Einzig die Standardmischung UFA 440 mochte nicht ganz mithalten (Grafik 1). Sehr unterschiedlich sind jedoch die Ertragsschwankungen innerhalb der Nutzungsjahre. Die höchsten Erträge stammen allesamt aus dem Jahr 2014, die tiefsten Erträge aus dem Jahre 2015. Mit dem ersten Schnitt wird zirka 30% des Ganzjahresertrags geerntet.
Bei der Netto-Energie-Laktation (NEL) interessiert nicht nur der Gehalt pro kg Trockensubstanz (TS), sondern auch der Ertrag pro Hektar. Die Raygras-starken Mischungen UFA 240 CH, UFA 330 und UFA 440 schwingen im Vergleich zu den Raygras-armen Mischungen UFA Swiss Highspeed oder UFA Helvetia Highspeed weder im Ertrag noch im Gehalt obenauf (Grafik 2), obwohl Raygräser allgemein als sehr energiereich eingestuft werden.
Beim Rohprotein liegt sowohl beim Flächenertrag wie beim Gehalt die Luzernemischung UFA323 Gold erwartungsgemäss an der Spitze (Grafik 3). Bedenklich in dieser Hinsicht ist die Italienisch Raygras Mattenkleemischung UFA 240 CH. Typisch für das Raygras sind die schlechten Rohproteinwerte vor allem im zweiten Schnitt, wo das Raygras schnell in die Ähre schiebt.

Keine Kompromisse
In guten Futterbauregionen mit kurzen Nutzungszeiten der Kunstwiese sind die Unterschiede einzelner Futterbaumischungen klein. Ab drei Hauptnutzungsjahren ist es ratsam, die Mischungsrezeptur dem Standort anzupassen. Daraus ergibt sich dann die Nutzungsstrategie. Kompromisse (und solche sind immer teuer!) sind dank neuester Zuchtsorten nicht mehr nötig. Vor allem die neuen Sorten von Rohrschwingel, Wiesenschwingel, Wiesenfuchsschwanz und Knaulgras ermöglichen neue breite Mischungsrezepturen. Jede Einzelart hat seine Vor- und Nachteile. In einer breit abgestützten Mischung gleichen sich diese aus und die Kunstwiese wird deutlich ertrags-stabiler.

Die Mischungswahl hängt ab von:

  • Anzahl der Hauptnutzungsjahre
  • Nutzungsart: Vollweide, Mähweide, Mähnutzung mit reiner Silage oder Dürrfutternutzung
  • Düngung
  • Standortfaktoren: Lage, Wasser­führung, Gründigkeit, Schatten-/Sonnenlagen, Höhenlage, Bodenart
Quelle: UFA-Revue 06/17
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