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Landtechnik 24.10.2017 08:38

Mars - Robotiksystem zur Aussaat

Vor drei Jahren startete Agco/Fendt das Projekt Mars (Mobile Agricultural Robot Swarms). Die Konzeptidee wurde zunächst in einem von der EU geförderten Forschungsvorhaben untersucht. Mittlerweile wurde ein Robotiksystem für hochpräzise Aussaat entwickelt, das sich jetzt im Feld bewährt.

Der Ansatz von Mars ist es, mit kleinen, im Schwarm arbeitenden Robotereinheiten und mit Hilfe einer cloud-basierten Lösung die präzise Aussaat von Mais zu planen, zu überwachen und exakt zu dokumentieren. Satellitennavigation und Datenmanagement in der Cloud ermöglichen ein Arbeiten rund um die Uhr mit permanentem Zugriff auf alle Daten. Der Ablageort und Saatzeitpunkt für jedes Saatkorn wird dabei genau festgehalten. Zu wissen, wo exakt das Saatgut gelegt wurde, eröffnet neue Potenziale für den weiteren Prozess, denn nachfolgende Pflegearbeiten wie Pflanzenschutz oder Düngen können so präzise an der Einzelpflanze ausgeführt werden.
Die Planung für das gewünschte Feld, für Saatgut, –muster und –dichte erfolgt über die Mars App. Der intelligente OptiVisor Algorithmus plant den Robotereinsatz anhand der eingegebenen Parameter und berechnet die optimalen Pfade für die beteiligten Einheiten und die benötigte Zeit bis zum Abschluss des Auftrags.
Software Updates für das System können «Over-the-Air» aufgespielt werden, genauso wie eine Ferndiagnose auch bequem und standortunabhängig über das Smart Device erfolgt. 

Intelligentes Flottenmanagement 
Ein wesentliches Element des Mars Projektes ist das intelligente Management der eingesetzten Roboter. Ein Mars System besteht beispielsweise aus sechs bis 12 Einheiten und erreicht dabei eine Flächenleistungen von rund 1 ha/Stunde. Jeder Roboter kommuniziert kontinuierlich mit der Steuerungsintelligenz. Durch Datenpufferung und redundante Kommunikation werden Ausfälle bei der Netzabdeckung abgefedert. 

Fällt ein Roboter aus, werden automatisch die Pfade aller Einheiten neu optimiert und die verbleibenden Roboter übernehmen die Arbeit. Zudem kann eine Sortenmischung auf dem Feld erfolgen, da jeder Roboter mit anderen Saatkörnern befüllt warden kann.   

Ressourcenschonung und Bodenschutz 
Durch den batteriebetriebenen, elektrischen Antrieb (ca. 400 W), das geringe Gewicht (ca. 50 kg) und den autonomen Betrieb kann die Aussaat rund um die Uhr an sieben Tagen der Woche erfolgen, auch bei Bedingungen, bei denen konventionelle Maschinen sich z.B. aufgrund der Bodenverhältnisse oder der Geräuschemission schwer tun. Das steigert die Produktivität und Einsatzflexibilität des Systems. In Verbindung mit der grosszügigen Bereifung ist der Bodendruck nahezu vernachlässigbar (ca. 200 g/cm2).
Die Roboter benötigen bei gleicher Arbeit rund 70 Prozent weniger Energie und verursachen entsprechend weniger CO2 Ausstoss. Da weder Diesel noch Öl zum Betrieb erforderlich sind, können keine Leckagen entstehen und die Arbeit erfolgt local emissionsfrei.
Die Roboter sind mechanisch einfach aufgebaut, verzichten auf komplexe Sensorik und sind dadurch besonders robust. Ihre geringe Grösse und Gewicht vereinfachen die Wartung und machen das System immanent sicher.   

Die Mars Roboter werden der Öffentlichkeit erstmals zur Agritechnica 2017 in der neuesten Entwicklungsstufe vorgestellt. Die primären Zielgruppen sind Dienstleister in anspruchsvoll strukturierten Regionen und innovative Betriebe mit Fokus auf Precision Farming.

Aktuell liegen konkrete Anfragen aus Deutschland, Australien, Grossbritannien, Schweiz, Holland und Afrika vor. Interessenten erhalten die Möglichkeit sich für die ersten Systeme zu bewerben. Alle Kunden werden individuell qualifiziert und erhalten vorab eine betriebs- und standortbezogene Beratung zur Eignung des Mars Systems für ihre Betriebe.

Quelle: Agco Fendt
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