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Management 30.10.2017 08:48

Nationale Strategie bekämpft Antibiotikaresistenzen

Antibiotika sind Medikamente für die Behandlung bakterieller Infektionen bei Menschen und Tieren. Durch übermässigen und unsachgemässen Gebrauch werden aber immer mehr Bakterien gegen Antibiotika resistent. Die Konsequenzen betreffen Mensch, Tier, Landwirtschaft und Umwelt gleichermassen. Deshalb muss der Verbrauch von Antibiotika reduziert werden.

Antibiotikaresistenzen sind ein globales Problem und bedrohen die öffentliche Gesundheit und die Errungenschaften der modernen Medizin weltweit. Jedes Jahr sterben schätzungsweise 25‘000 Menschen in Europa und 23‘000 in den USA an Infektionen durch Bakterien, gegen die Antibiotika nichts mehr ausrichten können. Für die Schweiz gibt es nur Schätzungen bei spitalbedingten Infektionen: Die Schweizerische Expertengruppe im Bereich Infektiologie und Spitalhygiene (Swissnoso) schätzt, dass pro Jahr ca. 70‘000 spitalbedingte Infektionsfälle auftreten, die bei rund 2000 Patientinnen und Patienten zum Tode führen. Ein Teil dieser Infektionen ist durch resistente Erreger verursacht, der genaue Anteil ist jedoch nicht bekannt.

Der Bund hat Ende 2015 die «Nationale Strategie Antibiotikaresistenzen» ins Leben gerufen. Daran beteiligt sind die Bundesämter für Gesundheit, Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen, Landwirtschaft und Umwelt sowie die Kantone. Ziel dieser nationalen Strategie ist es, die Wirksamkeit der Antibiotika zur Erhaltung der menschlichen und tierischen Gesundheit langfristig sicherzustellen. Dies wird mit verschiedenen Massnahmen erreicht, unter anderem durch gezielte Diagnostik, Impfungen, Überwachung der Resistenzsituation und des Antibiotikaverbrauchs, interdisziplinäre Forschung sowie Richtlinien zur Verschreibung, Abgabe und Anwendung für Mensch und Tier. Antibiotika sind grundsätzlich verschreibungspflichtig und sollten nie leichtfertig angewendet werden.

Vom 13. bis 19. November 2017 wird die von der Weltgesundheitsorganisation WHO initiierte «Antibiotika-Awareness-Woche» erstmals auch in der Schweiz durchgeführt. Die Bevölkerung und Fachpersonen sollen auf die Thematik sensibilisiert werden und verstehen, wie gravierend die Folgen von Antibiotikaresistenzen sind. Geplant sind Anlässe, Publikationen und Informationsveranstaltungen.

Quelle: Christian Scharpf, Geschäftsführer Agrisano
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