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Verschiedenes 26.01.2017 14:47

Naturnaher Tourismus sichert Existenzen in den Berggebieten

Das Schweizer Berggebiet ist als Reisedestination und Naherholungsgebiet längst kein Geheimtipp mehr. Gerade kleinere Betriebe abseits der touristischen Zentren stehen aber vor grossen Herausforderungen: die Saison ist kurz, die Wege sind weit. Wo Ideen für nachhaltig erfolgreiche Projekte da sind, unterstützt die Schweizer Berghilfe.
  • Bed & Breakfast der Familie Baschung in Nufenen am San Bernardino. Bild: zvg

Das Wirtschaften für Tourismusbetriebe im Schweizer Berggebiet ist eine grosse Herausforderung. Erst recht abseits der touristischen Ballungszentren, wo Investoren oder Rücklagen fehlen, um Tourismusprojekte zu realisieren oder bestehende Betriebe zu modernisieren. Doch gerade hier, in ruhigen, abgelegenen Tälern, gibt es Potenzial für naturnahen und authentischen Tourismus. «Viele Hotels im Schweizer Berggebiet beispielsweise haben Investitionsbedarf, aber es fehlt an Mitteln für die konkrete Umsetzung», erklärt Geschäftsführerin Regula Straub, «Nach sorgfältiger Prüfung der Projekteingabe leisten wir hier oftmals den fehlenden, aber entscheidenden Beitrag».

Land- und Gastwirte in einem
Die Projektunterstützung der Schweizer Berghilfe sichert die Lebensgrundlagen der Menschen im Berggebiet und verhindert damit die Abwanderung. So bei Familie Baschung in Nufenen am San Bernardino. Um für sich und ihre vier Söhne neben der Berglandwirtschaft ein zweites Standbein zu schaffen, haben Cornelia und Philipp ein Bed & Breakfast eingerichtet. Das authentische Bergbauernerlebnis bekommen die Gäste gleich dazu: Sie dürfen im Landwirtschaftsbetrieb von Familie Baschung auf Besichtigungstour gehen oder direkt im Stall und auf dem Feld mit anpacken. Ein gefragtes Angebot: Mit der Unterstützung der Schweizer Berghilfe werden noch weitere Zimmer für Übernachtungsgäste ausgebaut.

Agrotourismus à la Suisse romande
Von den Waadtländer Alpen bis in den Jurabogen: Auch in den Westschweizer Bergregionen ist der Agrotourismus ein bedeutendes Wirtschaftsstandbein. Wo Wachstum keine Option ist, weiss die Bergbevölkerung sich mit Diversifizierung zu helfen. So in der Ferme de la Sciaz in La Lécherette, seit 1921 in Besitz der Familie Isoz. Den Hof hat die Familie um eine Produktionsstätte für Charcuterie- und Käse-Spezialitäten erweitert. An ihrem Table d’Hôtes bewirten sie mit regionalen Spezialitäten bis zu 20 Gäste in echtem Hof-Ambiente.

40 Tourismusprojekte im Jahr 2016
In den vergangenen zehn Jahren hat die Schweizer Berghilfe rund 28 Millionen Franken in nachhaltig erfolgreiche Tourismusprojekte investiert. Damit sicherte sie die Umsetzung von 290 Projekten abseits der touristischen Zentren und bringt damit gleich doppelt Leben in die Berge: Indem Projektträger, oftmals Familienbetriebe, weiterhin ihre Existenzgrundlage erwirtschaften können, und indem diese den Touristen die Schweizer Bergregionen auch fernab des Massentourismus zugänglich machen. Wie die Familie Baschung in Nufenen und die Familie Isoz in La Lécherette, haben sich im vergangenen Jahr 40 Tourismusbetriebe auf die Unterstützung der Schweizer Berghilfe verlassen können. 2016 gingen über 3 Millionen Franken der rein mit Spenden finanzierten Stiftung an Projektträger im Bereich Touristik.

Für lebendige Berggebiete
Die rein spendenfinanzierte Stiftung hilft aber nicht nur im Tourismus. Insgesamt unterstützte sie im Jahr 2016 mit 25.4 Millionen Franken 561 Projekte aus den Bereichen Landwirtschaft, Tourismus, Wald und Holz, Bildung, Energie, Gewerbe, Gesundheit sowie Nothilfe. «Wenn sich die Schweizer Berghilfe dazu entscheidet, ein Projekt zu unterstützen, dann muss dies dem Prinzip der ‚Hilfe zur Selbsthilfe‘ entsprechen», sagt Geschäftsführerin Regula Straub, «So kann eine langfristige positive Wirkung der Projekte sichergestellt werden». Ein Fakt, den auch die Spenderschaft der Schweizer Berghilfe schätzt. Mit 25.1 Millionen Franken an Zuwendungen und Spenden im Jahr 2016 zeigten breite Kreise der Schweizer Bevölkerung ihre Solidarität und Treue für lebendige Berggebiete.

Quelle: Schweizer Berghilfe
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  •  Redaktion [RED]

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