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Management 11.08.2017 13:26

Neues Engagement zur Berufsausbildung von jungen Behinderten

Die Stiftung Landwirtschaft und Behinderte übernimmt auf das Schuljahr 2017/2018 die Trägerschaft für die schulische Ausbildung zum Hofmitarbeitenden. Junge Leute mit Einschränkung erlernen an der landwirtschaftlichen Schule Strickhof ihren Erstberuf. Es warten bereits zehn Personen auf den Schulstart am 25. August.
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Seit 1995 bietet die landwirtschaftliche Schule Strickhof eine Ausbildung für behinderte junge Erwachsene auf dem Niveau einer Praktischen Ausbildung (PrA) an. Damit steht Menschen mit einer Einschränkung, die dem Niveau einer Attest-Ausbildung (EBA) nicht gewachsen sind, eine Alternative offen. Weil die Ausbildung defizitär war und der gesetzliche Leistungsauftrag fehlte, war die Fortsetzung dieser Ausbildung in Frage gestellt. Auf das Schuljahr 2017/2018 übernimmt die Stiftung Landwirtschaft und Behinderte (LUB) die Trägerschaft für die bewährte Hofmitarbeiterausbildung und stellt damit deren Weiterführung sicher. LUB vermittelt behinderten Personen Wohn- und Arbeitsplätze auf Landwirtschaftsbetrieben, aber auch Wochenend- und Ferienangebote sowie Weiterbildungen und engagiert sich bereits heute für deren Ausbildung. Für die Stiftung ist wichtig, dass die schulische Bildung von Behinderten zusammen mit nichtbehinderten Lernenden an einer landwirtschaftlichen Schule stattfindet. Die Durchlässigkeit zu den höheren Niveaus wird dadurch gefördert. Zudem können die künftigen Hofmitarbeitenden auf dem landwirtschaftlichen Betrieb des Strickhofs zusätzliche praktische Erfahrungen sammeln.

Die Hofmitarbeiterausbildung dauert zwei Jahre und umfasst 33 Ausbildungstage à sieben Lektionen pro Tag. Ein Schultag umfasst drei Lektionen Fachunterricht, drei Lektionen Allgemeinbildung plus eine Lektion Sport. Dazu kommen Exkursionen, Projekttage und Werkstattunterricht auf dem Schulbetrieb. Auf einen Schultag folgen rund vier Tage Praxis auf dem Lehrbetrieb. Die Ausbildung endet mit einem praktischen Augenschein und einer Abschlussurkunde mit Kompetenznachweis. 2017 schlossen acht behinderte Personen die Ausbildung zum Hofmitarbeitenden ab, die Hälfte davon kam über die LUB. Für das Schuljahr 2017/2018 sind aktuell zehn Personen angemeldet, vier davon von LUB, sechs weitere kommen von anderen Organisationen.

LUB unterstützt nicht nur die Menschen mit Behinderung, sondern auch die betreuenden und ausbildenden Bauernfamilien, beispielsweise mit gezielten Weiterbildungen und regelmässigen Standortbesprechungen auf dem Hof. Land- und pferdewirtschaftliche Betriebe, die einen Hofmitarbeitenden in Zusammenarbeit mit der Stiftung LUB ausbilden wollen, können sich bei der LUB melden. Es sind noch Betriebe gesucht.

Die LUB freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem Strickhof und hofft auf eine rege Nutzung des Ausbildungsangebots zum Hofmitarbeitenden. Bauernhöfe stellen für behinderte Menschen ein spannendes Entwicklungsfeld dar.

Quelle: LUB
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