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fenaco-LANDI 23.11.2017 15:56

Ramseier Suisse AG zieht Bilanz

Die Mostereien der Ramseier Suisse AG in Sursee (LU) und Oberaach (TG) haben die Verarbeitung von Mostobst abgeschlossen. Die diesjährige Ernte ist wegen des Frosts im Frühjahr so klein wie seit 60 Jahren nicht mehr. Weil die Saft- und Konzentrat-Reserven nicht bis zur nächsten Ernte ausreichen, wird ein minimaler Import von Mostobst-Konzentrat notwendig sein, um die Marktbedürfnisse decken zu können.

Gemäss dem Schweizer Obstverband (SOV) wurden dieses Jahr nur rund 22’000 Tonnen Most-Äpfel und 6’000 Tonnen Most-Birnen verarbeitet. Das entspricht bei den Äpfeln nur ca. 24 Prozent und bei den Birnen ca. 39 Prozent der durchschnittlichen Erntemenge der letzten zehn Jahren. Grund für die kleine Ernte – die kleinste seit 1957 – sind die ausserordentlichen Frostnächte im Frühjahr. Der Ernteertrag bewegt sich auch deutlich unter dem jährlichen Bedarf, der bei rund 80’000 Tonnen Äpfeln und 9600 Tonnen Birnen liegt.

Die durch den Frost deutlich geringer ausgefallene Ernte spürt auch der grösste Mostobstverarbeiter der Schweiz: Bei den Mosterei-Betrieben der Ramseier Suisse AG in Sursee und Oberaach konnten in diesem Herbst nur rund 14’600 Tonnen Mostobst verarbeitet werden. Sehr erfreut ist Christian Consoni, CEO der Ramseier Suisse AG, hingegen über die Qualität des diesjährigen Mostobsts: Sie sei ausserordentlich gut.

Kleine Ernte hat Folgen
Das kleine Ernteergebnis hat Einfluss auf die diesjährige Produktion der Ramseier-Qualitätsprodukte. «Wir können unseren Bedarf an Mostobst für die Produktion leider nicht vollumfänglich bis zur nächsten Ernte im Herbst 2018 decken – auch unsere Saft- und Konzentrat-Reserven werden bis dahin aufgebraucht sein», sagt Consoni. Darum hat das Schweizer Traditionsunternehmen schnell auf die aussergewöhnliche Situation reagiert und Sofortmassnahmen eingeleitet. «Wir werden geringe Mengen Mostobst-Konzentrat importieren», erklärt Consoni.

Der Apfelsaftanteil bestehe bei den Ramseier-Obstprodukten weiterhin zu 100 Prozent aus reinen Schweizern Qualitätsäpfeln. Der Bedarf an Birnen muss jedoch ausnahmsweise durch Zukäufe aus Italien und Deutschland gedeckt werden. «Wir haben bei ausländischen Birnen aber genau dieselben Qualitätsansprüche wie bei Schweizer Birnen. Und unsere hohen Standards in der Qualitätssicherung sorgen dafür, dass diese auch eingehalten werden», so Consoni.

Ernte hat keinen Einfluss auf Ramseier-Produkte mit Hochstamm Suisse-Label
Auf die Ramseier-Produkte mit dem Hochstamm Suisse-Label hat die kleine Ernte 2017 keinen Einfluss. «Für die Produktion der Hochstamm Suisse-Label-Produkte hat der Ernteertrag ausgereicht», betont Consoni. Auch der Hochstamm-Mostobst-Anteil in den anderen Ramseier-Produkten sei sichergestellt. Jedes Produkt der Ramseier Suisse AG hat einen substantiellen Anteil an Hochstamm-Mostobst. So engagiert sich das Schweizer Traditionsunternehmen für die Erhaltung von Hochstamm-Obstbäumen als Teil der Schweizer Kulturlandschaft.

Die Ramseier Suisse AG verarbeitet und veredelt zwischen 50 und 60 Prozent der gesamten jährlichen Mostobst-Ernte. Seit über 100 Jahren arbeitet das Schweizer Traditionsunternehmen partnerschaftlich mit den Schweizer Bauern zusammen, heute mit über 7'000 Betrieben. Dabei steht das Unternehmen damals wie heute für hochwertigen Naturgenuss. Trotz der kleinen Ernte 2017 ist Christian Consoni zuversichtlich, dass die Ernte im nächsten Jahr ertragreicher ausfallen wird. Denn auf ein schwaches Erntejahr folge erfahrungsgemäss meist ein gutes.

Quelle: Ramseier Suisse AG
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  •  Redaktion [RED]

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