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Pflanzenbau 28.01.2016 18:13

Samenfeste Hybridpflanzen

Forschern der Universität Zürich ist es gelungen, hybrides Mausohrhabichtskraut durch natürliches Klonen der Samen zu vermehren. Die Nachkommen der Hybridpflanze weisen somit die gleichen Eigenschaften auf wie die ursprüngliche Hybridpflanze. Wenn dies auch auf Kulturpflanzen anwendbar ist, würden sowohl Saatgutproduzenten als auch Kleinbauern in Entwicklungsländern davon profitieren.
  • Mausohrhabichtskraut, das über natürliches Klonen der Samen vermehrt wurde. Ziel ist es, diese Produktionsart auch auf hybride Kulturpflanzen anzuwenden. (Bild: UZH)

Hybridpflanzen, die Kreuzungen aus zwei unterschiedlichen Sorten, gelten als besonders robust und weit leistungsfähiger als ihre reinen Elterngenerationen. Bei Getreidearten wie Mais und Weizen können mit Hybridsorten die Erträge verdoppelt werden. Allerdings gehen die positiven Eigenschaften in der nächsten Generation bereits wieder verloren, weshalb Hybridsamen jedes Jahr neu produziert werden müssen. Diese Kreuzungen sind kosten- und zeitintensiv und die Bauern sind auf jährlich neues Saatgut angewiesen. Könnte sich die Hybridpflanze ungeschlechtlich fortpflanzen, bliebe ihre erhöhte Leistungsfähigkeit erhalten. Forscher haben nun am Mausohrhabichtskraut gezeigt, dass eine Vermehrung von Hybridpflanzen durch natürliches Klonen möglich ist, wie die Universität Zürich in einer Medienmitteilung bekannt gab.

Für die Versuche seien mit dem natürlich vorkommenden Mausohrhabichtskraut (Hieracium pilosella) elf neue Hybride durch Kreuzungen hergestellt und diese über zwei Generationen durch natürliches Klonen der Samen vermehrt worden. Es habe sich gezeigt, dass die Pflanzen über zumindest zwei weitere Generationen die gleiche Wuchsgrösse und den gleichen Ertrag erzielten.

«Wenn dieser spezielle Vermehrungsweg in Kulturpflanzen Verwendung findet, würde dies die Kosten zur Herstellung von F1-Hybridsamen dramatisch reduzieren. Dadurch würden nicht nur die Saatgutproduzenten profitieren, sondern auch die Subsistenzbauern in den Entwicklungsländern», erklärt Prof. Ueli Grossniklaus vom Institut für Pflanzen- und Mikrobiologie der Universität Zürich. Heute verwenden diese Kleinbauern meist wenig ertragreiche Landrassen für den Eigenbedarf. Dank der apomiktischen Fortpflanzung hätten sie einen günstigeren Zugang zu ertragsreicheren und robusteren Hybridsorten. Und sie könnten ohne Ertragseinbussen die Samen der jetzigen Ernte für die Aussaat im nächsten Jahr verwenden. Allerdings müsste zuvor die tatsächliche Anwendung in Kulturpflanzen noch im Detail getestet werden, so Grossniklaus.

Quelle: Universität Zürich
  • Autor/Redaktor
  • Verena Säle [vs]
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