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Pflanzenbau 08.11.2017 15:53

Schweizer Zucker hat eine gute Umweltbilanz

Eine aktuelle Studie zeigt, dass Schweizer Zucker im Vergleich zum importierten Zucker aus der Europäischen Union (EU) die Umwelt um etwa 30 Prozent weniger stark belastet. Die Ökobilanz hat alle Umweltauswirkungen entlang der gesamten Zuckerproduktionskette berücksichtigt.

In der Studie wurde der Umweltfussabdruck von konventionellem Schweizer Rübenzucker und aus der EU in die Schweiz importiertem Rübenzucker verglichen. Im Fokus standen der landwirtschaftliche Anbau der Zuckerrüben, die Herstellung von Rübenzucker in der Fabrik und die Transporte (Rübenanlieferung vom Hof zur Zuckerfabrik sowie Distribution zum Kunden). Dass Schweizer Zucker die Umwelt um rund 30 Prozent weniger belastet als EU-Zucker, ist die Summe diverser Vorteile entlang der gesamten Produktionskette. Entscheidend sind die Produktionsstufen Rübenanbau und Verarbeitung. Die Transporte zur Rübenanlieferung und zur Distribution des Zuckers fallen für den Umweltfussabdruck weniger ins Gewicht.

Rübenanbau: höhere Felderträge, umweltverträgliche Düngung und weniger Feldemissionen
In der Schweiz sind beim Rübenanbau die Felderträge mit 81 t/ha höher als in der EU (75 t/ha). Dies bedeutet, dass für dieselbe Menge Zuckerrüben weniger landwirtschaftliche Anbaufläche bewirtschaftet werden muss, was den Umweltfussabdruck sehr stark beeinflusst. Relevant ist aber auch die umweltverträglichere Düngung in der Schweiz: Hierzulande wird im Vergleich zur EU zum Beispiel mehr Hofdünger wie Gülle und Mist anstelle von Mineraldüngern eingesetzt. Dadurch sind die Umweltbelastungen aus der Düngerherstellung und die mit der Düngung zusammenhängenden Feldemissionen geringer, beispielsweise Lachgas in die Luft oder Nitrat in die Gewässer. Dies sind
die Hauptgründe, weshalb die Schweiz im Anbau der für eine Tonne Zucker erforderlichen Rübenmenge unter dem Strich rund 1 Million Umweltbelastungspunkte (UBP) aufweist, die EU hingegen rund 1.5 Millionen.

Fabrik: bessere Zuckerausbeute, Energieeffizienz und Einsatz umweltfreundlicher Energieträger
Ebenfalls entscheidend für den kleineren Umweltfussabdruck von Schweizer Zucker ist die bessere Zuckerausbeute in den Zuckerfabriken: Die erforderliche Menge Zuckerrüben für die Produktion von einer Tonne Rübenzucker ist hier mit rund 6.36 Tonnen geringer als der Durchschnitt in der EU (etwa 6.81 Tonnen). In der Schweiz sind daher für die Produktion von einer Tonne Zucker ca. sechs Prozent weniger Rüben erforderlich; folglich muss wiederum weniger Anbaufläche bewirtschaftet werden.
Relevant für den geringeren Umweltfussabdruck in Schweizer Zuckerfabriken sind hauptsächlich die höhere Energieeffizienz und der Einsatz von umweltverträglicheren Energieträgern: Die Schweizer Zuckerfabriken decken ihren Energiebedarf über Erdgas, während in der EU bedeutende Energiemengen über Steinkohle und Schweröl produziert werden. Insgesamt kommt die Rübenverarbeitung in den Schweizer Zuckerfabriken pro Tonne Zucker auf 0.30 Millionen UBP, in der EU sind es 0.52 Millionen. Das in Aarberg geplante Holzheizkraftwerk wird den fossilen Energieverbrauch weiter drastisch senken.
Sowohl die Schweiz als auch die EU verwerten alle Nebenprodukte, die bei der Herstellung von Rübenzucker anfallen, hochwertig weiter. Aus entzuckerten Rübenschnitzeln oder Melasse entsteht zum Beispiel Futtermittel für die Landwirtschaft. Melasse wird zudem für die Produktion von inländischer Backhefe verwendet. Die Abwärme aus dem Produktionsprozess wird in ein Fernwärmenetz eingespeist und für die Beheizung von Wohnarealen genutzt. Ohne die Weiterverwertung von Nebenprodukten lägen die Umweltbelastungen des Zuckers um einiges höher, in der EU und der Schweiz.

Quelle: Schweizer Zucker AG
  • Autor/Redaktor
  •  Redaktion [RED]

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