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fenaco-LANDI 06.01.2017 10:43

Seeland langfristig stärken

Die Genossenschaft Gemüse Erzeuger Seeland (GES) lanciert als führende regionale Produzentenvereinigung die Vision Energiebündel Seeland. Die fenaco Genossenschaft unterstützt dieses zukunftsgerichtete Projekt.

Die Nachfrage der Konsumentinnen und Konsumenten nach Schweizer Gemüse wächst konstant. Auch bei Produkten, welche heute teilweise durch Importe abgedeckt werden, besteht ein Bedürfnis nach der Herkunftsauszeichnung Schweiz. Moderne Anbausysteme, welche Freiland- und Gewächshausanbau kombinieren, ermöglichen es heute, zu ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltigen Bedingungen Gemüse zu produzieren.

Ausgehend von diesen Möglichkeiten initiiert die Genossenschaft Gemüse Erzeuger Seeland (GES) das Projekt Vision Energiebündel Seeland. Das Projekt sieht vor, eine neue Gewächshauszone in der Region Sugiez zu erstellen, welche in Kombination mit dem angrenzend geplanten Biomassezentrum ihren Energiebedarf in einem geschlossenen System generiert und bezieht. Weiter bieten die nachhaltig ausgerichteten Anbautechniken im Freilandanbau Antworten auf bestehende Herausforderungen in den Bereichen Wasser, Abwasser und Logistik.

Um die ersten Schritte dieses Vorhabens einzuleiten und die Machbarkeit zu prüfen, haben Verantwortliche von GES und fenaco eine Projektgruppe gebildet. Die fenaco unterstützt als Vermarktungspartnerin die GES und fungiert als Bindeglied zum Schweizer Detailhandel und zur Lebensmittelindustrie. «Mit der Vision Energiebündel Seeland kann es uns gelingen, uns in diesem dynamischen Marktumfeld dem internationalen Prozessniveau anzunähern und dadurch das national führende Gemüseanbaugebiet Seeland langfristig zu stärken», sagt Sam Zurbrügg, Geschäftsführer GES (siehe unten im Kurzinterview). Seitens fenaco sieht Markus Hämmerli, Leiter der Geschäftseinheit fenaco Landesprodukte, das Projekt ebenfalls positiv: «Für die fenaco Genossenschaft, der Vermarktungspartnerin der GES, bedeutet die Vision Energiebündel Seeland eine interessante Möglichkeit, verschiedene Prozesse innerhalb der Wertschöpfungskette zu optimieren».

Fragen an Sam Zurbrügg, Geschäftsführer GES

UFA-Revue: Warum will GES das Projekt lancieren?
Sam Zurbrügg: Als Genossenschaft von Produzenten haben wir uns strategisch Gedanken gemacht, wie der Gemüseanbau im Seeland in der Zukunft aussehen könnte. Dabei haben wir die Chancen und Risiken, die wir aus heutiger Sicht abschätzen können, in Betracht gezogen. Schon heute sind die Betriebe mit grossen Herausforderungen konfrontiert. Das Ziel ist, einen zeitgemässen und nachhaltigen Gemüseanbau in der Region Seeland, dem grössten Gemüsegarten der Schweiz, auch in Zukunft sicherzustellen und auszubauen. Wir sind überzeugt, dass wir die kommenden Herausforderungen nur gemeinsam erfolgreich meistern können. Profitieren werden unter dem Strich alle, davon sind wir überzeugt: Die Gemüsebauern, die Vermarktung, die Konsumentinnen und Konsumenten und insbesondere auch die Natur.

Worin besteht der konkrete Nutzen für die Produzenten?
Sam Zurbrügg: Praktisch alle Gemüseproduzenten im Seeland sehen sich heute mit denselben Herausforderungen konfrontiert: Auf der einen Seite der steigende Preisdruck am Markt, auf der anderen Seite die stark wachsende Komplexität durch gesetzliche Auflagen, neue Technologien und Verfahren, Labels und vielem mehr. Das Wachstum wird meistens begrenzt durch die Raumplanung und den hohen Investitionsbedarf. Es geht uns auch darum, für die kommenden Generationen von Gemüseproduzenten interessante Perspektiven zu bieten. Die Vision Energiebündel Seeland (EBS) adressiert all diese Themen und bietet Lösungen an. Wer mit von der Partie ist, kann entsprechend davon profitieren.

Was sind aus Sicht der Nachhaltigkeit die voraussichtlichen Vorteile des Projekts?
Sam Zurbrügg: Durch die verdichtete Bauweise der Gewächshäuser wird wertvolles Kulturland gespart. Wir werden den Energieverbrauch pro produzierter Einheit senken und die benötigte Energie im Kreislauf CO2-neutral gewinnen. Auch der Wasserverbrauch soll durch optimierte Bewässerungs- und Reinigungsverfahren gesenkt werden. Von den oben erwähnten Vorteilen der Zentralisierung der nachgelagerten Verarbeitungs-Prozesse profitieren auch die Gemüsekulturen im Freiland- Anbau. Wenn wir übers ganze Jahr hindurch mehr einheimisches Gemüse ernten können, wird es weniger Import-Transporte und damit eine massive Einsparung an CO2-Emissionen auf der Strasse geben.

Welche Erwartungen hat GES an die Vermarktungspartnerin fenaco?
Sam Zurbrügg: Mit der fenaco Genossenschaft pflegen wir seit Beginn unseres Bestehens sehr gute Beziehungen. Auch die Vision Energiebündel Seeland ist aus gemeinsamen Gesprächen entstanden. Beide Seiten setzen auf die gegenseitige starke Partnerschaft. Die konkreten Rollen und Verantwortlichkeiten für dieses Vorhaben werden sich im Rahmen der Projektdefinition ergeben.

Quelle: Sarah Sinn, Unternehmenskommunikation fenaco
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