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Archiv2016 16.11.2016 09:27

SGPV: Aussenpolitik mit gefährlichen Auswirkungen

Gut 200 Delegierte und Gäste besuchten die 30. Delegiertenversammlung des Schweizerischen Getreideproduzentenverbandes (SGPV) am 15. November 2016 in Kerzers. Im Anschluss an die statutarischen Geschäfte präsentierte der Bruno Manser Fonds (BMF) die Auswirkungen des Palmölanbaus in Malaysia.

In seiner Eröffnungsrede zog Fritz Glauser, Präsident des SGPV, Bilanz über die Ernte 2016 und die Entwicklungen auf den Märkten. Der Getreide- und Ölsaatenanbau hat aufgrund der enttäuschenden Erträge nicht die erwünschte Rentabilität erreicht. Fritz Glauser hat die Grenzöffnungs-Bemühungen ernsthaft in Frage gestellt. Freihandel würde das Ende des Ackerbaus in der Schweiz bedeuten und nützt weder den Konsumenten noch der Umwelt.

Im statutarischen Teil wurden alle Vorschläge genehmigt, darunter eine Anpassung der Mitgliederbeiträge, um auch in Zukunft den Markt über Entlastungsmassnahmen stabilisieren zu können. In der Ersatzwahl wurden drei neue Mitglieder in den Vorstand gewählt: Dominik Meier (SO), Florian Vogelsanger (SH) und Josef Hübscher jun. (ZG). Aus dem Vorstand verabschiedet wurden Urs Schläfli (SO), Jakob Spörndli (SH) und Xaver Amgwerd (ZG). Bei den Aktualitäten betonte Geschäftsführer Pierre-Yves Perrin, dass die aussenpolitischen Dossiers aktuell die grösste Gefahr für den Getreidebau darstellen: Abschaffung des Schoggigesetzes, die schleichende Zollsenkung beim Futtergetreide, drohende Freihandelsabkommen und weitere Änderungen auf Gesetzes- und Verordnungsebene.

Im anschliessenden Referat wurde das Freihandelsabkommen mit Malaysia thematisiert, welches aktuell verhandelt wird und die Schweizer Rapsölproduktion in Bedrängnis bringen könnte. Lukas Straumann, Geschäftsführer des Bruno Manser Fonds (BMF) und Johanna Michel, Kampagnenleiterin BMF, haben eindrücklich über die Auswirkungen der Palmölindustrie in Malaysia auf Natur und Bewohner berichtet. Die Fragen aus dem Publikum zeigten die Betroffenheit der Schweizer Landwirte gegenüber dem Los der malaysischen Urvölker. Das Fazit ist klar: Unter den aktuellen Umständen darf es keinen Freihandel für Palmöl geben. Erst recht nicht, weil dieser zusätzlich die Schweizer Rapsproduzenten, Sammelstellen und Ölmühlen bedroht und eine Verarmung der Fruchtfolgen zur Folge hätte.

Quelle: SGPV
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  •  Redaktion [RED]

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