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Archiv 2017 15.02.2017 16:13

Sonderkulturen: Neuheiten für den Pflanzenschutz

Jährlich werden neue Produkte zur Bekämpfung von
Pflanzenkrankheiten empfohlen. Auch 2017 werden zahlreiche Mittel für Spezialkulturen wie den Obst- und Weinbau sowie den Gemüseanbau zugelassen. Ziel ist, leistungsfähige Pflanzenschutzprodukte zu finden und Krankheitsresistenzen zu vermeiden.

Dieses Jahr profitieren Sonderkulturen von vielen Innovationen im Pflanzenschutz. Dazu gehören Änderungen in der Rezeptur, Widerruf oder Erweiterung der Zulassung sowie neue Produkte.

Obstbau
Kyleo von Omya ist eine Glyphosatmischung mit dem Herbizid 2.4-D. Interessanterweise kann damit mit einer geringeren Glyphosatmenge pro Anwendung ein vergleichbares Bekämpfungsniveau erreicht werden. Das Produkt ist besonders gut geeignet für Anwendungen im Frühjahr. Für eine wirksame Bekämpfung von Winden und Ampfer Ende Sommer ist es hingegen nicht dienlich. Sercadis mit dem Wirkstoff Fluxapyroxad von BASF gehört zur Familie der SDHI-Fungizide. Fontellis von Strähler und Furioso von Omya sind zwei SDHI-Fungizide auf der Basis von Penthiopyrad. Diese beiden neuen SDHI-Produkte gehören zur gleichen Familie wie die Produkte Belli und Moon. Beide neuen Substanzen haben eine leicht systemische Wirkung. Die Fungizide Fontellis/Furioso und Sercadis sind zur Bekämpfung von echtem Mehltau und Schorf an Kernobst identisch anzuwenden. Sercadis darf dreimal im Jahr angewendet werden, während die Anwendung der Mischung Fontellis/Furioso nur einmal erlaubt ist. Diese Bekämpfungsmittel müssen mit Captan oder Dithianon gemischt werden. Die SDHI-Produkte werden einmal bei Ende der Blüte präventiv eingesetzt.

Gemüseanbau
Buctril von Bayer ist ein Herbizid gegen einjährige zweikeimblättrige Unkräuter und wird beim Zwiebel und Lauchanbau eingesetzt. Es enthält Bromoxynil, eine Substanz mit Blattwirkung, und ist dem Oxynil von Topper ähnlich. Buctril wird genau zum richtigen Zeitpunkt zugelassen, da Goal und Topper die Zulassungen entzogen wurden. Buctril wird kombiniert eingesetzt und kann mit Bandur gemischt angewendet werden.

Produkte gegen echten Mehltau im Weinbau
Bei Maestro von Leu+Gygax handelt es sich um eine neuartige Mischung mit Tebuconazol (ISS) mit Bupirimat. Das Produkt ist zur Bekämpfung von Schwarzfäule und echtem Mehltau bei Weinreben für jährlich maximal drei Anwendungen zugelassen. Bupirimat wirkt gegen echten Mehltau und wird seit vielen Jahren erfolgreich im Obstbau eingesetzt. Im Gegensatz zu den übrigen Bekämpfungsmitteln gegen echten Mehltau ist bei diesem Produkt der Wirkort ein völlig anderer Novix von der Firma Stähler ist ein neues Produkt der ISS Gruppe mit Tetraconazol. Dieser neue Wirkstoff wird erfolgreich gegen Mehltau und Schwarzfäule eingesetzt. Die hohe Wirkung ist wahrscheinlich unter anderem auf seine grosse Wasserund Fettlöslichkeit zurückzuführen. Wie bei allen ISS-Produkte sind maximal drei Anwendungen pro Saison erlaubt. Auch Sercadis wird zur Bekämpfung von echtem Mehltau, mit einer partiellen Wirkung gegen Schwarzfäule, zugelassen. Obwohl drei Anwendungen jährlich zugelassen sind, empfiehlt BASF maximal zwei Anwendungen im Wechsel mit anderen Fungiziden. Das Mittel wird präventiv nach der Blüte eingesetzt. 

Produkte gegen falschen Mehltau im Weinbau
Ampexio von Syngenta ist eine Mischung mit Mandipropamid (Pergado) und Zoxamid (Amaline Flow). Zoxamid ist eine Substanz, die sehr rasch an der Wachsschicht der Kutikula haften bleibt und sich allmählich im Blattgewebe verteilt. Escort von Omya enthält Cymoxanil und Zoxamid. Cymoxanil hat eine sehr kurze Wirkungsdauer und es wird empfohlen, zur Unterstützung von Zoxamid ein Kontaktfungizid beizugeben. Für Produkte mit dem Inhaltsstoff Zoxamid sind pro Jahr und Parzelle maximal drei Anwendungen möglich. Valis F von der Firma Leu+Gigax ist ein Amidecarbamat. Das Produkt besteht aus Valifenalate und Folpet und ist mit den anderen Fungizide dieser Gruppe wie Forum Star, Melody Combi, Pergado und Vincare vergleichbar. Wie diese Produkte darf Valis F höchstens dreimal pro Saison zur Bekämpfung von falschem Mehltau eingesetzt werden und besitzt auch eine partielle Wirkung gegen Botrytis.

Quelle: UFA-Revue 02/2017
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