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Pflanzenbau 14.09.2017 12:25

Sonnenblumen-Ernte auf Hochtouren

Wenn die Sonnenblumen blattlos sind, kann die Ernte erfolgen. Sie hat aufgrund der vegetativen Entwicklung mit dem heissen Sommer eher früher eingesetzt. Dabei werden zwei Arten von Sonnenblumen angebaut.
  • Zur Ernte wird der konventionelle Mähdrescher mit einem Spezial-Sonnenblumengebiss eingesetzt. (Bild: RoMü)

Sonnenblumen sind neben Raps und Soja eine der wichtigsten Ölsaaten in der Schweiz. Im Bezirk Andelfingen ZH sind es an die 200 Hektaren, welche jetzt – sofern sie vom Hagel verschont geblieben sind – geerntet werden können. Die Vollreife ist erreicht, wenn die Stängel blattlos sind und der aus der Blüte entwickelte Fruchtkörper sich wie eine Ständerlampe oder Duschbrause nach unten neigt. Landesweit wurden 2016 knapp 4‘800 ha Sonnenblumen angebaut, wobei 13‘000 t geerntet werden konnten. Auch für 2017 ist die dieselbe Anbaufläche verzeichnet worden. Die Sonnenblume für die Speiseölproduktion ist in der Schweiz eher noch eine junge Kultur. Erst anfangs der neunziger Jahre wurde sie erstmals kommerziell angebaut, wobei sie 1995 eine Anbaufläche von 460 ha erreichte. Um 2005 verzeichnete sie die grösste Ausdehnung mit etwas über 5‘000 ha. In den letzten Jahren hat der Anbau von High Oleic-Sonnenblumen stark an Bedeutung gewonnen. Durch gezielte konventionelle Züchtungsarbeit wurde der Anteil der Ölsäure aus den Standardsorten deutlich auf 72 bis 90% erhöht. Gleichzeitig konnte der Anteil an ungesättigten Fettsäuren auf rund 10% gesenkt werden. Damit weisst dieses Sonnenblumenöl ähnliche Eigenschaften wie Olivenöl auf, so dass es eine höhere Hitzestabilität aufweist. 

60‘000 bis 70‘000 Fruchtständer
Auf eine Hektare mit 60‘000 bis 70‘000 aus den Blütenentstanden Fruchtständern können zwischen 2‘500 bis 3‘200 kg Samen geerntet werden. Dies ergibt bei einem Ölanteil von 42 bis 52 Prozent rund 1‘200 bis 1‘550 Liter Speiseöl. Gleichzeitig liefert der Ölkuchen mit einem Proteingehalt von 33% und weitere 28% Rohfaser für die Futtermittelherstellung wertvolles Eiweissergänzungsfutter, welches im Mischfutter für das Nutzvieh eingesetzt wird.
In diesen Tagen reifen die Sonnenblumen ab. Nach rund 160 Tagen nach der Aussaat wird der ideale Erntezeitpunkt erreicht, wo die Körner noch 10 bis 15 Prozent Feuchtigkeit aufweisen. Beim Reifeprozess trocknen einerseits die Blätter ein und fallen ab. Zugleich neigt sich auch der runde Blütenkorb nach unten nimmt dabei eine ähnliche Erscheinungsform wie eine Ständerlampe an. Die Ernte erfolgt mit dem konventionellen Mähdrescher, wobei ein spezielles Sonnenblumengebiss eingesetzt werden muss. Dieses trennt die Fruchtständer von den Stängeln, ohne dass diese auf den Boden fallen können. Höchste Ansprüche werden danach bei der Übernahme und Trocknung in der Sammelstelle an die Sonnenblumenkörner gestellt. Im Trockner darf es nicht zu heiss sein, weil sich das in den Körnern reichlich vorhandene Öl sich rasch entzünden und zu einem Brand entwickeln kann, was auch schon mehrmals vorgekommen ist.

Quelle: RoMü
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