UFA REVUEUFA-Revue: Fachzeitschrift für die Schweizer LandwirtschaftDetailseitenMaster

Archiv2015 03.11.2016 10:22

Soziales Engagement in der Landwirtschaft

Der Prix Agrisano wird im April 2017 zum zweiten Mal verliehen. Trotz wenigen Änderungen bleibt das Ziel dasselbe: Es wird soziales und uneigennütziges Engagement gewürdigt. Ab sofort werden Anmeldungen entgegen genommen.

Jemand, der einem zuhört und Tipps gibt – das ist manchmal ungemein nützlich, gerade in der Landwirtschaft, wo man bei vielen Dingen auf sich allein gestellt ist. Das bäuerliche Sorgentelefon hilft genauso: Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Landwirtschaft sind für besorgte Bäuerinnen und Bauern da. Die Mitarbeitenden wirken uneigennützig – und genau dafür wurde dem Sorgentelefon im April 2015 der erste Prix Agrisano vergeben.

Neue Kategorien
Nun geht der Preis in die zweite Runde und wird neu in zwei Kategorien aufgeteilt: Einzelpersonen oder Familien (natürliche Personen) und Institutionen oder Organisationen (juristische Personen). Die Aufteilung wurde beschlossen, weil bei der Auswahl des ersten Gewinners die Jury feststellen musste, dass das soziale Engagement von Einzelpersonen/Familien nur schwer mit jenem von Institutionen/Organisationen verglichen werden kann. Innerfamiliäre Unterstützungen sind vom Prix Agrisano ausgenommen.

20‘000 Franken
Das Preisgeld von insgesamt 20‘000 Franken wird auf die zwei Kategorien verteilt. Der Gewinner in der Kategorie «natürliche Personen» erhält 5000, jener aus der Kategorie «juristische Personen» 15‘000 Franken. Der Grund für die Verteilung ist einfach: «Institutionen und Organisationen haben andere, grössere Strukturen und benötigen für deren Finanzierung mehr Geld», wie Patrik Hasler, Mitglied der Geschäftsleitung der Agrisano, erklärt.

Engagement gesucht
Der Prix Agrisano würdigt soziales, uneigennütziges Engagement in der Landwirtschaft zum Wohle verunfallter, kranker, betagter oder benachteiligter Menschen. Per sofort können Kandidaten für den Preis vorgeschlagen werden. Das Anmeldeformular ist auf der Internetseite der Agrisano zu finden. Die Anmeldung ist bis zum 15. Januar 2017 möglich. Wer den Preis in den jeweiligen Kategorien gewinnt, entscheidet eine fünfköpfige Jury. Vergeben wird der Preis anlässlich der Landwirtschaftskammer, die am 28. April 2017 in Bern tagt.

Jury-Zusammensetzung
Jury-Präsidentin ist Christine Bühler, Präsidentin des Schweizerischen Landfrauenverbands und Mitglied des Stiftungsrates der Agrisano. Ueli Tobler, Mitgründer des bäuerlichen Sorgentelefons, Agnes Schneider Wermelinger, Bäuerin mit eigener Kommunikationsagentur, Andreas Widmer, Geschäftsführer des St. Galler Bauernverbands und Vizepräsident der Agrisano, sowie Barbara Krucker aus der Geschäftsleitung der Agrisano Stiftung sind die übrigen Jury-Mitglieder.

Jury-Präsidentin Christine Bühler im Interview
UFA-Revue: Sie sind zum zweiten Mal Präsidentin der Jury. Was beeindruckt Sie am meisten?
Christine Bühler: Es ist sehr eindrücklich, wie die Menschen sich füreinander einsetzen, was sie alles machen und was alles möglich ist. Diese «Sammlung von Schicksalen» geht mir sehr nahe. Vor allem auch, wenn wir Kandidaten absagen müssen, denn es kann nur einer pro Kategorie gewinnen.

Wieso vergibt die Agrisano diesen Preis?
Bühler: Mithilfe des Prix Agrisano kann gezeigt werden, dass man auf dem Land einander hilft, aber auch aufeinander angewiesen ist. Letztes Mal hatten wir beispielsweise Eingaben, wo Personen jemanden jahrelang einmal in der Woche zum Arzt gefahren haben – und das einfach so.

Weshalb sind innerfamiliäre Stützungen vom Prix Agrisano ausgeschlossen?
Bühler: Innerfamiliäre Unterstützung sollte selbstverständlich sein. Ich denke, Solidarität innerhalb der Familie darf man auch heute noch voraussetzen.

Der Prix Agrisano ist…
Bühler: …eine wunderschöne Geste der Agrisano. Es ist kein «Muss» für das Unternehmen. Aber die Agrisano will Menschen würdigen, die sich füreinander einsetzen.

  • Autor/Redaktor
  • Gabriela Küng
  • Gabriela Küng [gk]
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