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Management 16.06.2017 13:28

Stagnierende Exporte und Unsicherheiten

Die unsichere weltpolitische Lage (Brexit, US-Aussenpolitik) sowie die anhaltende Frankenstärke waren die Hauptthemen der 19. Generalversammlung der Switzerland Cheese Marketing AG. Nach einem Anstieg der Exporte im 2016 sind die Exportzahlen der ersten vier Monate 2017 rückläufig: -706 Tonnen oder -3.2% weniger Schweizer Käse wurden exportiert.
  • Bild: Switzerland Cheese Marketing AG

Die Switzerland Cheese Marketing AG (SCM) lud ihre Aktionäre zur 19. Ordentlichen Generalversammlung in die historische Schaukäserei des Tête de Moine AOP nach Bellelay ein. Trotz des starken Schweizer Frankens darf die Schweizer Käsebranche auf ein positives Exportjahr 2016 zurückblicken: 70‘198 Tonnen Schweizer Käse wurden exportiert. Dieses Ergebnis ist zum einen auf die exzellente Qualität der Schweizer Milchprodukte und zum anderen auf die konsequente und gemeinsame Marktbearbeitung der Käsebranche zurückzuführen. Dennoch darf dieses positive Resultat nicht über die schwierige Marktsituation hinwegtäuschen, wie die ersten vier Monate 2017 deutlich zeigen (-706 Tonnen oder -3.2%). Die europäische Konkurrenz nutzt das hohe Preisniveau der Schweizer Produkte aus, um eine aggressive Preispolitik zu fahren. Umso wichtiger ist es, dass in der täglichen Marktbearbeitung die Kunden von der Qualität von Schweizer Käse überzeugt und ihnen die Mehrwerte nähergebracht werden. Es gilt, Emotionen zu wecken und zum Kauf der einmaligen und dennoch vielfältigen Produktpalette der Schweizer Käse zu animieren. Denn der Schweizer Käseexport ist für die gesamte Milchbranche von grosser Bedeutung. 41% der Milch werden zu Käse verarbeitet und davon werden 38% exportiert.

Direkter Kontakt zum Handel
Der direkte Kontakt zum Handel und persönliche Beziehungen werden immer wichtiger, um sich als Premiumprodukt erfolgreich zu positionieren. Aus diesem Grund lag einer der Schwerpunkte im vergangenen Jahr im Auf- und Ausbau des Feldmarketings in Deutschland, Italien, Frankreich und in den Benelux-Staaten. Von der SCM geschulte Fachkräfte besuchen regelmässig die wichtigsten Verkaufspunkte, um die diversen Vermarktungsideen für unsere Produkte vorzustellen, die Bedürfnisse des Handels abzuholen sowie Hand für individuelle Massnahmen zu bieten. Wie erste Auswertungen zeigen, verbessert dieser direkte Kontakt die Produktdistribution nachhaltig. Ebenfalls wurde gemeinsam mit den Exporteuren die Bearbeitung neuer Märkte verstärkt.

In den für die SCM strategisch wichtigen Märkten wurden im Berichtsjahr mit über 224 durchgeführten Aktivitäten (Werbung, Aktivitäten am Verkaufspunkt, Messen, Social Media, Medienarbeit etc.) insgesamt 14.2 Milliarden Konsumentenkontakte generiert. Um auch in Zukunft eine effiziente Marketingkommunikation zu garantieren, muss das vom Bund gesprochene Absatzförderungsbudget für landwirtschaftliche Erzeugnisse mindestens auf dem heutigen Niveau gehalten werden. Jegliche Kürzung würde zusätzliche Unsicherheit auf den Hauptabsatzmärkten auslösen.

Steigender Importdruck
Der Blick auf die Handelsbilanz zeigt, dass sich diese seit der Marktliberalisierung 2007 mengenmässig negativ entwickelt. Betrug der Exportüberschuss 2007 noch 21‘866 Tonnen, belief er sich 2016 auf 12‘011 Tonnen. Wertmässig hingegen ist die Handelsbilanz in den letzten 6 Jahren um 25% auf 244.2. Mio. CHF gestiegen. Obwohl die Schweizer treue Käseliebhaber sind (Pro Kopf Konsum 2016: 22.05 kg) und mehrheitlich Schweizer Produkte konsumieren, zeigen sich auch hier die Auswirkungen des starken Schweizer Frankens. In den letzten 10 Jahren nahm der Importanteil von 23 % auf 31% zu. Um diesen Trend zu brechen, bearbeitet die SCM den Schweizer Markt mit einem ganzen Bündel an gezielten Massnahmen, u.a. mit verschiedenen Bindungsaktivitäten, mit Know-How-Vermittlung fürs Fachpersonal und mittels Partnerschaften in der Gastronomie.

Quelle: Switzerland Cheese Marketing AG
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