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Archiv2015 21.12.2015 14:18

Tiefe Mykotoxin-Belastung

Die Belastung mit Deoxynivalenol und Zearalenon bei Körnermais war 2015 tief. Jedoch wurde im Vergleich zu den letzten Jahren ein verstärktes Auftreten von Fumonisinen beobachtet.

Swiss granum überprüft in Zusammenarbeit mit Agroscope im Rahmen eines Monitorings die Mykotoxin-Belastung bei Körnermais nach der Ernte. Die an 20 Sammelstellen erhobenen Proben wurden mittels ELISA-Tests auf das Vorkommen der Mykotoxine Deoxynivalenol (DON), Zearalenon (ZEA) und Fumonisine (FUM) untersucht.

DON
Nach einer aussergewöhnlich hohen DON-Belastung im vorherigen Jahr, waren 2015 insgesamt tiefe DON-Gehalten zu verzeichnen.
Von gesamthaft 37 analysierten Körnermais-Proben der Ernte 2015 wiesen 51% keine DON-Belastung oder eine Belastung unterhalb der Nachweisgrenze (DON <0.2 ppm bzw. mg/kg) auf. Nur 6% wiesen einen Gehalt über 1 mg DON/kg auf. Der höchste analysierte Gehalt lag bei 1.5 mg DON/kg. Grund für die tiefen Gehalte sind auf die trockenen Wetterbedingungen und heissen Temperaturen während und nach dem Schieben der Seidenfäden bzw. der Maisblüte im Sommer zurück zu führen.

ZEA
Aufgrund der tiefen DON-Belastung bei Körnermais wurde der ZEA-Gehalt nur von 10 Proben analysiert. Sieben Proben wiesen Konzentrationen bis 0.132 mg/kg auf.

FUM
Fumonisine (FUM) wurden dieses Jahr in fast jeder Probe nachgewiesen.
11% der analysierten Proben verzeichneten eine FUM-Belastung unterhalb der Nachweisgrenze (<0.2 ppm bzw. mg/kg). 19% wiesen Gehalte über 2 mg/kg auf, davon 5% über 5 mg/kg. Der höchste analysierte Gehalt lag bei 5.2 mg/kg.
Fumonisine werden vor allem von den Fusarien-Arten F. verticillioides und F. proliferatum gebildet. Im Vergleich zu F. graminearum kommen sie häufig unter trockenen, sehr warmen Wetterbedingungen – wie sie in diesem Jahr herrschten – vor. Auch physiologischer Stress der Pflanzen und Insektenfrass können ihr Auftreten fördern.
Aufmerksamkeit ist bei Körnermais angebracht, welcher für Ergänzungs- und Alleinfuttermittel eingesetzt wird, denn der FUM-Richtwert hängt von der zu fütternden Tierart ab. Die Richtwerte sind auf swiss granum abrufbar.

Quelle: swiss granum
  • Autor/Redaktor
  • Verena Säle [vs]
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