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Archiv2015 04.03.2016 07:27

UFA-Mästertagung: Leistungen kommunizieren, Produktion optimieren

Schwerpunkte an der diesjährigen UFA-Schweinemästertagung in Sempach waren die Jahresauswertung 2015, Marktaktualitäten, das Programm «SuisSano» und die Fütterungshygiene.

Die UFA 2000 Schweinemastauswertung zeigen, auf was es ankommt, um erfolgreich zu sein. In der Auswertung des Jahres 2015 hat das beste Viertel insbesondere weniger Abgänge, höhere Tageszuwüchse, eine bessere Futterverwertung und tiefere Futterkosten. Insgesamt sind die Schlachtgewichte weiter angestiegen und die Futterkosten gesunken.

Gemäss Beat Schmidiger, Bereichsleiter Anicom Zentralschweiz, wird das ideale Schlachtgewicht von den Anicom-Kundenbetrieben bei über 90% der Tiere erreicht. Mit der neuen Schätzformel für den MFA (Magerfleischanteil) resultierten, bedingt durch ein gutes Management, tendenziell höhere Erlöse. Der aktuelle Lichtblick auf dem Schweinemarkt sei allen Züchtern wie Mästern sehr zu gönnen, doch gelte insbesondere nachfrageseitig eine fragliche Tendenz.

Gesund und fein
Ein globaler Ansatz, den Erfolg der Schweineproduzenten zu verbessern, ist die Werbung. Die Schweinefleisch-Kampagne «Gesund und fein, Fleisch vom Schwein» von UFA, Anicom und LANDI hat in den Medien und bei den Konsumentinnen und Konsumenten positive Reaktionen ausgelöst, konnte Rolf Steffen, Verkaufsleiter UFA Sursee, in seinem Referat feststellen. Für die Grillsaison 2016 haben bereits 19 weitere LANDI einen Schweinefleisch-Event organisiert oder ihr Interesse für die Durchführung angemeldet.

Schweizer Schweinefleisch hat eine hervorragende Qualität, die es zu kommunizieren gilt. Unterstützt soll die hohe Produktionsqualität durch das von der Branche geplante Programm «SuisSano" werden. Suisseporcs-Präsident Meinrad Pfister lud die Betriebsleiter an der Mästertagung ein, beim Vorprogramm von «SuisSano» mitzumachen. In diesem Vorprogramm werden Daten zum Antibiotikaverbrauch erfasst, um eine umfassende Beratung zu ermöglichen. Interessierte Betriebe melden sich beim SGD-Büro ihrer Region.

Blähungen vorbeugen
Einige Faktoren, um in der Mastauswertung gut abzuschneiden, haben die Schweinehalter in der eigenen Hand. Schon mal etwas von Enterohaemorrhagic syndrome (EHS), gastrointestinal tympany (GIT) und gastric torsion (GT) gehört? Wohl eher von Blähungen, wie man diese wissenschaftlichen Krankheitsbezeichnungen auf gut Deutsch zusammenfasst.

Hefezellen sind eine der möglichen Ursachen für Blähungen. Grund: «Hefezellen haben im selben Zeitraum einen um bis zu 5 log-Stellen höheren Proteinertrag als Nutztiere», erklärt Etienne Bendel, Trinova. Hefen haben eine Generationszeit von zirka zwei Stunden. Sie wachsen am besten bei Temperaturen zwischen 20 und 30°C und einem pH-Wert im Futterbrei von 5.0. Ein erhöhtes Risiko für eine rasante Hefenvermehrung geht laut Etienne Bendel mit der Verfütterung von Milchnebenprodukten, eigenem Getreide und CCM einher.

Ein erfolgreiches Hygienekonzept zieht alles mit ein – vom Futter und Silo, über den Trog, Eingang, Stall bis hin zur Sauberkeit der Tiere. Um den Hefendruck gering zu halten, bewährt sich die Stabilisierung der Futtersuppe. Peter Amstutz von der Halag-Chemie empfiehlt, Schotte mit 85-prozentiger Ameisensäure (1.5 l auf 1‘000 l Schotte) und Magermilch mit 35-prozentigem Wasserstoffperoxid (1 l auf 1‘000 l Magermilch) zu stabilisieren. Durch die Stabilisierung und pH-Absenkung sollen Enterobakterien und Fremdkeime unterdrückt und die Haltbarkeit des Flüssigfutters verlängert werden. Bei längerer Lagerung ist der Einsatz von Kombi-Produkten wie «Selko-RD», das sechs verschiedene Säuren enthält, mit einem breiten Wirkspektrum erforderlich, um eine gute Hygiene und minimale Blähungsgefahr zu gewährleisten.

  • Autor/Redaktor
  • Matthias Roggli [mr]

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