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Archiv 2017 06.01.2017 06:59

Waldbrände bedrohen Schutzwälder

Die Waldbrände im Misox und in der Leventina rücken wieder einmal die Bedeutung stabiler Schutzwälder in den Fokus. Sie sind der beste und günstigste Schutz für Menschen und Infrastrukturen. Eine regelmässige Verjüngung macht die Wälder robuster gegenüber Bränden und Klimawandel, wie WaldSchweiz mitteilt.
  • (zvg)

Ganz verhindern lassen sich Waldbrände hierzulande wohl nie. Im Gegenteil; es muss davon ausgegangen werden, dass es immer mehr werden. Die befürchtete Klimaveränderung mit länger anhaltender Trockenheit, sowohl im Sommer als auch im Winter, «stresst» nicht nur die Bäume, sondern begünstigt auch Brände. Daher begrüsst WaldSchweiz die Bestrebungen des Bundesamts für Umwelt BAFU, Trockenheit neu als Naturgefahr einzustufen. Nur so können langfristig die nötigen finanziellen Mittel gewährleistet werden, um die Waldbrandgefahr zu senken. Nebst der Prävention betreffend künstlicher Brandursachen (Lagerfeuer, Zigarettenstummel, etc.) wird dies durch die nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes erreicht. In einem gut gepflegten, strukturierten und regelmässig verjüngten Wald können sich die Feuer weniger zerstörend ausbreiten als zum Beispiel in überalterten Beständen.

Bewirtschaftung vermindert Auswirkungen von Waldbränden
Über 40% der Schweizer Wälder sind Schutzwälder, die regelmässig und gezielt durchforstet werden müssen, damit sie ihre Funktionen stets optimal erfüllen können. Der Bund und die Kantone unterstützen deshalb die Bewirtschaftung und Pflege dieser Wälder mit Beiträgen für die Erschliessung, Waldpflegemassnahmen und Erntearbeiten. Das bewahrt die Waldeigentümer zwar vor Defiziten; ökonomisch nachhaltig ist ein solches Nullsummenspiel aber nicht. Denn den Forstbetrieben fehlen finanzielle Mittel für langfristig notwendige Investitionen wie beispielsweise der Ersatz einer alten Maschine. Ausserhalb des Schutzwaldes, wo die finanzielle Unterstützung meist fehlt, wird der Bergwald vielerorts kaum oder gar nicht mehr bewirtschaftet, weil tiefe Holzerlöse und hohe Erntekosten eine kostendeckende Bewirtschaftung nicht zulassen. In überalterten Wäldern mit viel totem Holz, dürren Ästen und abgestorbenen Bäumen können sich Waldbrände rasant ausbreiten und viel Schaden anrichten.

Schweizer Holz verwenden und in fitte Wälder investieren
Die Bevölkerung kann die Waldeigentümer in ihren Bemühungen, einen stabilen und vitalen Wald zu fördern, nicht nur durch öffentliche Gelder unterstützen. Jeder Kauf von Holz aus einheimischen Wäldern, jedes Haus aus Schweizer Holz fördert die inländische Waldbewirtschaftung und ist dadurch Garant für widerstandsfähige Wälder der Zukunft.

Quelle: WaldSchweiz
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  •  Redaktion [RED]

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