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Pflanzenbau 29.09.2017 10:03

Weinlese im Zürcher Weinland bald abgeschlossen

Im Zürcher Weinland ist die Weinlese vielerorts bereits abgeschlossen oder steht kurz bevor. Dabei ist teilweise eine versöhnliche, anderseits auch eine sehr schwierige Lese als Folge von Frost und Sturm verzeichnet worden.
  • Der Vollernter kam in Benken erstmals zur Weinlese zum Einsatz (Bild: RoMü)

Kellermeister Fabio Montalbano steht auf dem Podest der Traubenannahme und prüft mit einem Blick jede ankommende Stande mit gefüllten Trauben. «Wir stehen bereits am Ende der schwierigen Weinlese», erklärt er. In den Hagellagen drängte sich diese rasche Ernte aufgrund der drohenden Fäulnis auf. Montalbano stellte aber auch fest, dass es diese auch in anderen Lagen die Lese beschleunigte. Gleichzeitig zeigt er sich nach einem Blick auf den Bildschirm der Datenerfassung erfreut, dass gerade ein Traubenposten mit um die 90°Oe die Traubenmühle passiert. Denn mit der Aufhebung der amtlichen Weinlesekontrolle musste die Staatskellerei umstellen. Was früher drei Kontrolleure machten, besorgt jetzt ein elektronisches Refraktrometer im Grossformat. Dieses misst den Zuckergehalt des Saftes direkt nach dem Abbeeren in der abfliessenden Maische. «Diese Lösung erfüllt unsere Erwartungen voll und ganz», kommentiert Montalbano. Doch angesprochen auf die übernommenen Mengen zeigen sich nun der ernüchternden Zahlen als Folge von Frost und Hagel. «Wir haben beim Riesling Sylvaner rund 50% und beim Blauburgunder ähnliche Mengen von der letztjährigen bereits knapp ausgefallenen Ernte übernehmen können. Im Verhältnis zum mehrjährigen Mittel sind es aber nur etwa 40%», so der Kellermeister. Somit ist es das dritte Weinjahr in Serie, wo die Erträge mengenmässig deutlich unter dem langjährigen Mittel ausfallen wird.

Schwierige Ernte
Diese Zahlen der vom Staatskeller übernommenen Mengen machen auch deutlich, dass es vorerst die Rebleute sind, welche die grössten Einbussen haben. Am meisten haben jene in den Hagelgebieten im Rafzerfeld und Zürcher Weinland gelitten, wo bis zu teilweise Totalausfälle verzeichnet worden sind. Doch wo der Hagel nicht seine Spuren hinterlassen hat, war es der Frost, welche die Ernte schmälerte. Doch es gab auch einige positive Überraschungen, indem sich dank Frostreserve und besten Voraussetzungen bei der Blüte sich doch noch erfreuliche Erträge bilden konnte, so dass da und dort die Ausfälle weniger schlimm aus befürchtet ausgefallen sind. Vielerorts war die Lese aber sehr mühsam und zeitaufwändig, indem zum Leidwesen der Rebleute und Erntehelfer extrem viel gesöndert werden musste.
Definitiv hat sich im Zürcher Weinland auch die maschinelle Weinlese etabliert. Während bereits das Uhwieser Weingut zur Linde der Familie Witzig seit mehreren Jahren begeistert auf diese Technologie setzt, kam jetzt ein zweiter von einem örtlichen Winzer angeschafften gezogener Vollernter in Ossingen zum Einsatz. Zudem haben die Volg-Weinkellereien, welche ebenfalls seit mehreren Jahren grossflächig selber einsetzt auch erstmals diese Technologie beispielsweise in Benken zur vollen Zufriedenheit der betroffenen Rebleute angewendet. Aufgrund der positiven Erfahrungen und der vermehrte Mangel an Erntehelfern wird dazu führen, dass die Lese mit dem Vollernter noch breiter Fuss fassen wird.

Quelle: RoMü
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