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Rubrik Newsarchiv 21.01.2014 20:21

Windkraft ohne Windrad

Ein Prototyp des Windkraftwerks «Windrail» (Windschiene) wandelt zurzeit auf dem Getreidesilo der LANDI Marthalen Wind und Druckunterschiede in Strom um. Künftig sollen diese als Module verfügbaren Kraftwerkselemente auch mit Solarpanels bestückt werden und so auch Sonnenenergie in Elektrizität umwandeln können.
  • Hoch oben auf dem Getreidesilo der LANDI Weinland in Marthalen ist ein Prototyp des «Windrail» montiert.
  • Das Modul sieht aus wie ein Lüftungsaufsatz.
  • Das Modul ist an der Dachkante befestigt und kann Wind und Druckunterschiede in Strom umwandeln. Künftig soll auch Solarenergie genutzt werden, in dem das Modul mit Solarpanels ergänzt wird.
  • Entwickler dieses Systems ist Sven Koehler.

Entwickler dieses Windkraftwerks, das nicht nur Wind, sondern auch Druckunterschiede und künftig gar noch Sonnenenergie in Strom umwandeln kann, ist der Ingenieur und Ökonom Sven Koehler. Inspiriert wurde er dabei von seinen Eltern, die ein geeignetes System für ihr Hausdach suchten, das sowohl Wind als auch Sonne zur Energiegewinnung nutzen kann. Koehler begann, positive und negative Eigenschaften bestehender Systeme aufzulisten. «Ich suchte nach einer Lösung, die hinsichtlich Schattenwurf, Lärmbelastung und Störung des Landschaftsbildes besser abschneidet als die bekannten Windräder».
Mit dem Modul «Windrail» scheint ihm das zumindest optisch einmal gelungen zu sein. Zudem weist dieses System noch zusätzliche Funktionalitäten wie Blitz-, Fall- und Fassadenschutz auf. Notwendig ist allerdings – vorerst, wie der Entwickler anlässlich einer Presseorientierung meinte – ein Flachdach. «Der grosse Vorteil liegt darin, dass während rund 90% der Zeit, je nach Standort, mit diesen Modulen Strom produziert werden kann», betont Koehler.
Das Modul, das je nach Grösse zwischen 3000 und 5000 Franken kosten soll, ist etwa 2 m breit und kann in beliebiger Anzahl an der Kante von exponierten Flachdächern montiert werden. Im Innern des eher wie ein Lüftungsaufsatz aussehenden Objekts bewegt sich ein mit Fächern bestückter Rotor, der einen Generator zur Erzeugung von Strom antreibt. Der erzeugte Strom wird dann über Wechselrichter ins Netz eingespeist. Die Produktionskosten sollen sich zwischen 10 und 16 Rp. je kWh bewegen. Koehler, er hat inzwischen die Firma «Anerdgy» gegründet, arbeitet in der Weiterentwicklung seiner Innovation mit Universitäten und Fachhochschulen zusammen. Für die Finanzierung seiner Idee kann er auf Beiträge der Klimastiftung Schweiz und des Klimafonds der Stadt Winterthur zählen.

  • Autor/Redaktor
  • Dr. Roman Engeler [eng]

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