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Nutztiere 08.02.2016 14:38

Zellzahlen der Frühlaktierenden tief halten

Kühe, die in der ersten Milchkontrolle Zellzahlen von über 200‘000 haben, kosten Geld. Dies hat eine Studie von Zoetis aus den USA aufgezeigt.

Nebst den Verlusten durch die verringerte Milchleistung leiden betroffene Kühen öfter an Mastitis, ihre Fruchtbarkeit wird schlechter und damit verbunden steigen die Remontierungskosten an.

Diese Erkenntnisse gehen aus einer Auswertung hervor, die diese Woche auf dem NMC 2016 in Phoenix (Arizona) von Zoetis präsentiert wurde. Eingeflossen sind in die Studie die Milchleistungs- und Tiergesundheitsdaten von 164‘423 Holsteinkühen aus 22 nordamerikanischen Milchkuhherden.
Laut Dr. Mark Kirkpatrick führte ein Zellgehalt von über 200’000 Zellen in der ersten Milchleistungskontrolle zu:

  • einer Minderleistung von 718 kg Milch (-203 $ IOFC = Income over feed costs)
  • + 4,2 % höheren Zwangsabgängen bis zum 60. Laktationstag (2,3 % vs. 6,5 %)
  • + 7,7 % höheren Zwangsabgänge bis zum 120. Laktationstag (5,5 % vs. 13,2 %)
  • einer 17,7 %igen Zunahme von Kühen, die bis zum 60. Laktationstag eine klinische Mastitis entwickeln (7,9 % vs. 25,6 %)
  • einer Verlängerung der Galtzeit von 17 Tagen (länger "leer")

Es wird schnell klar, dass diesen Problemen möglichst entgegengewirkt werden muss. Folgende Massnahmen wurden aufgezeigt, um die Zellzahlen unter 200‘000 Zellen zu bringen:
  • Die trockenstehenden Kühe hygienisch, sauber und trocken Aufstallen (auf ausreichendes Raumangebot, Licht, Luft und trockene, bequeme Liegeflächen achten).
  • Einsatz von antibiotischen Trockenstellern, die auf das vorhandene Erregerspektrum abgestimmt sind, um vorhandene Infektionen während der Trockenperiode auszuheilen.
  • Alle Kühe mit einem Zitzenversiegler behandeln, um in der melkfreien Periode Neuinfektionen zu verhindern.
  • Bei Problemen mit E.Coli-Mastitis die Kühe vorbeugend impfen (core antigen vaccines).
Quelle: Elite Magazin Online
  • Autor/Redaktor
  • Sandra Frei [fs]
    Redaktorin
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