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Archiv2015 27.11.2015 14:50

Qualitätstagung Weizen 2015

An der Qualitätstagung Weizen der Branchenorganisation swiss granum wurde deutlich, dass sich alle Akteure der Wertschöpfungskette Weizen für eine Schweizer Produktion einsetzen.
  • Andreas Dossenbach mit Sonnenhut und -brille als Symbol der diesjährigen Wetterbedingungen zur Erntezeit.
  • Die Referenten Peter Kunz, Dr. Eva Reinhard und Dr. Karl-Heinz Camp

Die Qualitätstagung Weizen 2015 fand am 26. November in Bern statt. Die Tagung wurde von swiss granum durchgeführt und ist für Branchenzugehörige eine Plattform für den Erfahrungsaustausch.

Andreas Dossenbach (Fachschule Richemont) stellte die Ergebnisse der Erntequalität 2015 vor. Im Vergleich zum Vorjahr waren dieses Jahr leicht höhere Protein- und Feuchtglutengehalte festzustellen. Deutlich höher waren hingegen die Fallzahl- und Amylogrammwerte, bedingt durch die heiss-trockene Witterung zur Erntezeit. Dossenbach gab als Verarbeitungshinweise die Anpassung von Rezepturen und die Förderung von Enzymaktivitäten.
Die von swiss granum durchgeführten Qualitätsanalysen der Sortenversuche von Winterweizen ergaben bessere Resultate bei den Laboranalysen als im Jahr 2014. Thomas Weisflog (Stellvertretender Direktor swiss granum) führt dies auf die besseren Wetterbedingungen zurück. Die Ergebnisse der Backversuche waren jedoch weniger gut als im Vorjahr. Die gesamten Ergebnisse der Qualitätsanalysen sind unter www.swissgranum.ch zu finden.

Dr. Eva Reinhard (Bundesamt für Landwirtschaft BLW, Stellvertretende Direktorin) legte die Strategie und den Aktionsplan für die Pflanzenzüchtung in der Schweiz dar. Der Bund definierte sieben Handlungsfelder und legt nun Massnahmen zur Umsetzung der Züchtungsstrategie fest. Im Vordergrund stehen dabei der Aufbau eines Schweizerischen Kompetenzzentrums für Pflanzenzüchtung und die Bildung einer Expertengruppe, welche sich aus Vertretern der Gesamten Wertschöpfungskette zusammensetzt.

Dr. Karl-Heinz Camp (Delley Samen und Pflanzen AG) erläuterte den Prozess der Sortenprüfung und -zulassung. Bei der Zulassung einer neuen Sorte müssen die verschiedenen Interessen der Akteure von Produktion und Verarbeitung berücksichtigt werden. Sortenämter müssen daher ein Mindestmass festlegen für Krankheitsresistenz, Ertragsniveau und Backqualität. Camp wies auch darauf hin, dass die Sortenprüfung einen Einfluss auf die Züchtung hat, da die Züchtung die Selektionsschwerpunkte entsprechend den Anforderungen der Sortenprüfung ausrichtet.

Einen Exkurs vom Weizen zum Dinkel gab Peter Kunz. Der Getreidezüchter ging auf die Züchtung von Dinkel und die Unterschiede zu Weizen ein. Für Kunz ist Dinkel im Gegensatz zu Weizen nicht für einen intensiven Anbau geeignet. Seine Züchtungsstrategie ist auf Bio- und Extenso-Anbau ausgerichtet, wobei die Erhaltung der typischen Dinkelqualität im Vordergrund steht.

Seitens der Getreidemühlen kam Jürg Beck zu Wort. Er ist zufrieden mit den eingegangenen Qualitäten, stellte jedoch fest, dass die Weizenkörner dieses Jahr kleiner ausfielen. Er zeigte auf, dass sich vom Proteingehalt nicht auf die Backqulität schliessen lässt, daher ist es wünschenswert, einen geeigneteren Messparameter für die Backqualität zu finden.

Fritz Glauser, neuer Präsident von swiss granum, schloss die Tagung. Für ihn war besonders erfreulich, dass sich alle Teilnehmer auf jeder Stufe der Wertschöpfungskette für das gleiche einsetzen, nämlich eine Schweizer Produktion.

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  • Verena Säle [vs]
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